
Kalasantiner wählen P. Martin Glechner zum neuen Generalsuperior
Die katholische Ordensgemeinschaft der Kalasantiner steht unter einer neuen Führung: P. Martin Glechner (42), zuletzt Pfarrvikar in Niederösterreich, wurde am Montag in Wien im Rahmen des Generalkapitels zum neuen Generalsuperior gewählt. Glechner folgt auf P. Clemens Pilar, der das Amt zwölf Jahre innehatte und sich künftig wieder verstärkt Aufgaben innerhalb der Jüngergemeinschaft widmen wird. Eine Vorstellung Glechners gibt es im Rahmen eines Gottesdienstes am Kirchenfest Verkündigung des Herrn (25. März) um 18.30 Uhr in der Wiener Kalasantinerkirche, mit anschließender Begegnungsmöglichkeit.
Als besonderes Anliegen nannte Glechner gegenüber Kathpress die Jugendseelsorge. Kernaufgabe der Kalasantiner sei es, "junge Menschen anzunehmen, ihren Glauben zu vertiefen und sie in ihrer Beziehungsfähigkeit zu stärken", heute vor dem Hintergrund von Digitalisierung und Identitätssuche mit ihren hohen Anforderungen. Der neue Generalsuperior verwies auch auf den Wunsch des Wiener Erzbischofs Josef Grünwidl, "Menschen in Beziehung mit Jesus zu bringen", welcher der Ordensspiritualität sehr entspreche, sowie den von Kardinal Christoph Schönborn geförderten Fokus auf "Jüngerschaft".
Neu gewählt wurden beim Generalkapitel auch die weiteren Mitglieder der Ordensleitung. P. Achim Bayer ist fortan Generalvikar und ebenso wie P. Markus Fleischmann, P. Christian Oppitz und P. Gottfried Großsteiner Generalassistent. P. Matthias Gabriel wurde als Generalökonom bestellt, P. David Gold als Generalsekretär.
Seelsorger und Sportler
P. Glechner wurde am 1. September 1983 in Ried im Innkreis (OÖ) als ältester von sechs Geschwistern geboren und bekam dem Taufnamen Christian. Aufgewachsen in Hohenzell, absolvierte er nach der Schulzeit in Ried ein "Apostolisches Jahr" im Missionszentrum der Kalasantiner in Schwarzau am Steinfeld. 2002 trat er in den Orden ein und erhielt den Ordensnamen Martin. Nach dem Noviziat legte er 2003 die Erste Profess ab und begann ein Studium der katholischen Fachtheologie an der Universität Wien, das er 2006 abschloss. 2007 wurde er zunächst zum Diakon und später zum Priester geweiht. 2010 promovierte er am Institut für Theologie der Spiritualität der Universität Wien.
In den ersten Jahren als Priester war Glechner in der Katholischen Glaubensinformation Wien tätig, bevor er 2014 die pfarrliche Leitung in Schwarzau am Steinfeld übernahm und ab 2021 Pfarrvikar des Pfarrverbands "Tor zur Buckligen Welt" wurde. Seit 2014 ist er Mitglied der Ordensleitung, zunächst als Generalsekretär, ab 2020 als dritter Generalassistent. Als Freizeitbeschäftigungen gab Glechenr auf der Website seiner Kongregation Gartenarbeit, Bergtouren sowie Fußball und Eishockey an; im Februar 2026 vertrat er Österreich als Torwart bei der Priester-Fußball-Europameisterschaft in Polen.
Ursprung in Lehrlingsbetreuung
Der Kalasantinerorden wurde 1889 in Wien vom inzwischen seliggesprochenen Jugend- und Arbeiterseelsorger P. Anton Maria Schwartz (1852-1929) gegründet. Die Gemeinschaft ging hervor aus einem katholischen Lehrlingsverein und beruft sich auf die Spiritualität des Heiligen Josef Calasanz, daher der Name. Ziel des Gründers war es, durch Vermittlung von Lehrstellen, Schaffung von Unterkünften sowie Bildung und Seelsorge für junge Arbeiter Glaube und soziale Verantwortung miteinander zu verbinden und die Gesellschaft durch christliche Werte zu erneuern.
Im Lauf der Geschichte widmete sich die Kongregation besonders der Mitarbeit in der Katholischen Aktion, den Missionseinsätzen in Industrieregionen, der Seelsorge in Arbeiterpfarren sowie der Gründung eines Sozialen Seminars. In den 1960er-Jahren begann die Zusammenarbeit mit dem Weltpriester Herbert Madinger und der Katholischen Glaubensinformation Wien, aus der die Schwestern der Jüngersuche und der Seelsorgebereich "Jüngersuche" hervorgingen.
27 Ordensmitglieder
Heute zählen die Kalasantiner zu ihren Kernbereichen die Neuevangelisierung und Förderung der christlichen Lebensführung, insbesondere für junge Menschen, Unterstützung der Menschen in ihrer Berufung im Einklang mit der katholischen Soziallehre sowie die Leitung von Pfarren auf Bitte der jeweiligen Bischöfe. Die Gemeinschaft mit insgesamt 27 Mitgliedern hat ihr Mutterhaus und Generalat im 15. Wiener Gemeindebezirk und ist weiters in Wien in der Pfarre Reindorf und St. Josef-Reinlgasse vertreten, in Niederösterreich in Wolfsgraben und Schwarzau am Steinfeld, in der Eisenstädter Dompfarre St. Martin sowie im südoststeirischen Deutsch Goritz; ein Mitbruder ist in Brasilien im Missionseinsatz.
Quelle: kathpress