
"Kirche in Not" sammelt weltweit Unterschriften für Religionsfreiheit
Mit einer internationalen Petition ruft das päpstliche Hilfswerk "Kirche in Not" Regierungen und internationale Organisationen dazu auf, das Menschenrecht auf Religionsfreiheit weltweit stärker zu schützen. Bereits mehr als 20.000 Menschen hätten die Initiative unterschrieben, teilte das Hilfswerk am Freitag in Wien mit. Die nächste Zielmarke liegt laut "Kirche in Not" bei 100.000 Unterschriften.
Die Petition fordert die konsequente Umsetzung von Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der jeder Person das Recht garantiert, ihren Glauben frei zu wählen, zu praktizieren und zu wechseln. Die Unterschriftenaktion richtet sich insbesondere an internationale Institutionen, demokratische Regierungen und diplomatische Vertreter.
Konkret fordert die Initiative unter anderem, Religionsfreiheit stärker als Priorität in der Außenpolitik zu verankern, bedrohte religiöse Gemeinschaften besser zu schützen und Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden, rechtliche sowie humanitäre Unterstützung zu gewähren.
Unterzeichnen können Menschen aller Religionen sowie alle, die sich für Menschenwürde und grundlegende Freiheitsrechte einsetzen. Mit der Petition will "Kirche in Not" die Öffentlichkeit sensibilisieren und politische Entscheidungsträger dazu bewegen, entschlossener gegen religiöse Verfolgung vorzugehen, wie es heißt.
Unterstützt wird die Initiative auch von Kirchenvertretern aus Ländern, in denen Christen verfolgt oder bedrängt sind, darunter der syrisch-katholische Erzbischof Jacques Mourad aus Homs (Syrien) und Bischof Matthew Hassan Kukah aus Sokoto (Nigeria).
Die Initiative wurde im Oktober 2025 anlässlich der Veröffentlichung des Berichts "Religionsfreiheit weltweit" von "Kirche in Not" gestartet. Diese Studie zeigt, dass Milliarden Menschen in Staaten leben, in denen das Recht auf Religionsfreiheit verletzt, eingeschränkt oder bedroht ist.
Die Unterschriftensammlung soll bis November 2026 fortgesetzt werden. Den Abschluss bildet die von "Kirche in Not" initiierte Aktion "Red Wednesday", bei der Kirchen, öffentliche Gebäude und Denkmäler weltweit rot beleuchtet werden, um auf Christenverfolgung und andere Verletzungen der Religionsfreiheit aufmerksam zu machen.
Der diesjährige "Red Wednesday" findet am 18. November statt, der Aktionszeitraum für rote Beleuchtung, Gottesdienst und Aktion erstreckt sich jedoch über die gesamte Woche. Auch in Österreich haben in den vergangenen Jahren immer mehr Pfarren, Klöster und andere Einrichtungen beim "Red Wednesday" mitgemacht. 2025 hatten sich 234 bei "Kirche in Not" registriert (www.red-wednesday.at). Nach dem diesjährigen "Red Wednesday" sollen die Unterschriften politischen Entscheidungsträgern und internationalen Institutionen wie den Vereinten Nationen und dem Europäischen Parlament übergeben werden.
"Religionsfreiheit ist Grundpfeiler der Gesellschaft"
Bei einem Besuch am internationalen Hauptsitz von "Kirche in Not" in Königstein in Deutschland betonte der neue Präsident der päpstlichen Stiftung, Kurt Kardinal Koch, die grundlegende Bedeutung der Religionsfreiheit. In Anlehnung an Worte von Papst Leo XIV. erklärte er, Religionsfreiheit sei ein "Grundpfeiler der Menschenwürde und jeder gerechten Gesellschaft". Koch: "Auch heute leiden Millionen Menschen unter Diskriminierung, Gewalt und Unterdrückung wegen ihres Glaubens." Religionsfreiheit sei aber ein Menschenrecht, kein Privileg.
(Petition online unter: https://acninternational.org/de/petition/)
Quelle: kathpress