
Scharl: Christen sollen "großzügig vergeben"
"Christen sollen großzügig vergeben, weil auch Gott sehr großzügig mit uns ist." - Dazu hat der Wiener Weihbischof Franz Scharl bei einer Heiligen Messe mit den Mitgliedern der Bischofskonferenz am Dienstag in St. Johann bei Herberstein aufgerufen. Die christliche Pflicht zur Vergebung, wie sie Jesus im Gleichnis vom unbarmherzigen Gläubiger darlegt, eröffne neues Leben und sei daher eine "Vorform von Auferstehung", so Scharl unter Bezugnahme auf das Tagesevangelium. "Wenn wir großzügig in der Spur des Evangeliums bleiben, dann wird das Leben gesegnet sein."
Ein glaubwürdiges Beispiel für diese christliche Haltung des Vergebens ist für den Weihbischof die 2013 verstorbene Künstlerin und Schriftstellerin Ceja Stojka, die zur Volksgruppe der Lovara-Roma gehörte und als Kind drei nationalsozialistische Konzentrationslager überlebte. Stojka habe "wunderbare Gebete" verfasst, die bezeugen, dass sie "sogar ihren Peinigern vergeben hat", so Scharl, der in der Bischofskonferenz für die Belange der Roma, Sinti und Jenische zuständig ist.
Die am Montag begonnene Vollversammlung der österreichischen Bischöfe im oststeirischen "Haus der Frauen", einem kirchlichen Bildungshaus und Seminarzentrum, dauert noch bis Donnerstag. Liturgischer Höhepunkt ist eine Festmesse am Mittwoch, 11. März, um 18 Uhr, in der Pfarrkirche in Pischelsdorf, zu der alle Gläubigen eingeladen sind. Erzbischof Franz Lackner wird der Eucharistiefeier vorstehen, Erzbischof Josef Grünwidl wird predigen. Für den neuen Wiener Erzbischof ist es die erste Vollversammlung der Bischofskonferenz seit seiner Bischofsweihe und Amtsübernahme im Jänner.
Über die Ergebnisse der Vollversammlung der Bischofskonferenz wird Erzbischof Lackner im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien am Freitag, 13. März, um 10 Uhr im "Club Stephansplatz 4" (1010 Wien, Stephansplatz 4) informieren.
Quelle: kathpress