
Salzburg: Startschuss für Vortragsreihe zu Franz von Assisi
Was macht die Faszination des hl. Franz von Assisi auch 800 Jahre nach seinem Tod aus? - Dieser Frage ging am Dienstag die Auftaktveranstaltung der Salzburger Vortragsreihe "Theologie im Zeichen der Zeit. 800 Jahre Franz von Assisi" nach. Erster Vortragender war der Vorsteher des Salzburger Franziskanerklosters, Guardian P. Thomas Hrastnik. Er wies darauf hin, dass Franziskus in manchen Kirchen Salzburgs mehr Raum einnehme als jeder andere Heilige. Franziskus habe eine "radikale Gegenposition" zu gesellschaftlichen Positionen eingenommen, so Hrastnik. "Er fand sein Leben inspiriert vom Du Gottes."
Franziskanisches Leben sei ein schlichtes und kraftvolles Leben nach dem Evangelium, sagte der Ordensmann, der der Frage nachging, was heute zu einem franziskanischen Leben motiviere - als Gegentrend zu einer immer komplexer werdenden Welt mit vielen Krisen. Franziskus steht dabei laut Hrastnik außer für Schöpfungsverantwortung auch für den Dialog der Religionen, für Gewaltfreiheit und Gastfreundschaft. Dass diese Haltungen Menschen im 21. Jahrhundert ansprechen, habe etwa die Zustimmung zur Namenswahl des verstorbenen Papstes Franziskus gezeigt.
Zugleich würden die unterschiedlichen franziskanischen Ordensgemeinschaften zeigen, "dass es 'das' franziskanische Leben nicht gibt". Es gelte, Wege zu finden und Lösungen für die Probleme der gegenwärtigen Zeit - und das etwa durch Zuhören und Verstehen wollen. Es brauche zudem eine "alltagstaugliche" Spiritualität. Nichts Menschliches dürfe dabei fremd sein. Als Trends der gegenwärtigen Zeit machte Hrastnik die Selbstoptimierung und ein wirtschaftliches Wertedenken aus. Vor diesem Hintergrund sei eine Sehnsucht nach Beziehungen zu Menschen und zu Gott das, was Menschen heute antreibe, franziskanisch zu leben.
Die Veranstaltung am Dienstagabend an der Uni Salzburg war die erste einer achtteiligen internationalen Reihe der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Franziskanerkloster, unterstützt von "Pro Oriente"-Salzburg. Der Abend stand unter dem Titel "Leben gegen den Trend - franziskanische Christus-Nachfolge in Geschwisterlichkeit und Verkündigung". Einführende Worte sprach der Dekan der Katholisch-theologischen Fakultät, Prof. Dietmar Winkler, der auch Vorsitzender der Salzburger "Pro Oriente"-Sektion ist.
Einige weitere Highlights der Veranstaltungsreihe: Am 14. April spricht Erzbischof Franz Lackner zum Thema "Franziskanisches Sein - bischöfliches Tun". Der Salzburger Erzbischof gehört selbst dem Franziskanerorden an. Abgeschlossen wird die Vortragsreihe am 23. Juni mit Ausführungen des Münchner orthodoxen Theologen Prof. Stefanos Athanasiou zum Thema "Ökologie als geistliche Herausforderung: Schöpfungsverantwortung und -spiritualität in orthodoxer Perspektive". Die öffentlichen Vorträge finden jeweils um 18 Uhr an wechselnden Orten (Katholische Fakultät bzw. Franziskanerkloster) statt.
(Infos: www.plus.ac.at/news/theologische-fakultaet-begeht-800-jahre-franz-von-assisi-mit-vortragsreihe)
Quelle: kathpress