
Schönborn: Auf das richtige "Wachstum" kommt es an
Die gängige Vorstellung eines beständig notwendigen Wirtschaftswachstums hat Kardinal Schönborn hinterfragt. In seiner Freitagskolumne in der Gratiszeitung "Heute" stellt der Kardinal die Frage: "Welches Wachstum tut uns Menschen wirklich gut?" - Wirtschaftswachstum verspreche Wohlstand für (fast) alle. Wächst die Wirtschaft weniger oder gar nicht, bekämen es zugleich viele schmerzlich zu spüren.
Manche Bereiche wiederum würden aktuell in erschreckendem Maß "wachsen": "Die Kriege nehmen zu. Immer mehr Krisenherde. Die Rüstungsausgaben explodieren. Der Krieg gegen den Iran kostet die USA täglich eine Milliarde Dollar. Großes Wachstum haben die Flüchtlingsströme. Die Armut hat riesige Wachstumsraten." Ein besonderer Wachstumsbereich seien zudem die Milliardäre, zeigt sich der Kardinal weiters besorgt. Im letzten Jahr sei jeden Tag mindestens ein Milliardär dazugekommen. Nie zuvor habe es so viele Milliardäre wie heuer gegeben.
In berührten in diesem Zusammenhang die treffenden Worte des verstorbenen Papstes Franziskus: Wie viel Hunger und Not könnten für immer beseitigt werden mit den Unsummen, die in Rüstung und Krieg investiert werden! Der Rat des Papstes: "Wir dürfen nicht müde werden, die Samen der Versöhnung auszustreuen." Und so schließt Kardinal Schönborn: "Wenn die Samen des Friedens wachsen, in den Herzen und in der Welt, ist das für alle der größte Gewinn!"
Quelle: kathpress