
Polizei-Seelsorge feierte TV-Gottesdienst mit Sicherheitskräften
Gottes Schutz und Geborgenheit auch für jene Menschen, die selbst täglich für Sicherheit sorgen, stand am Sonntag im Mittelpunkt eines von ORF und ZDF im TV übertragenen des katholischen Gottesdienstes. In der Polizeikapelle der Rossauer Kaserne in Wien feierten die Wiener Landespolizei-Seelsorgerin Karolina Firzinger sowie Polizei-Seelsorger und Domdekan Rudolf Prokschi eine Messe mit Polizeikräften. An dem Gottesdienst nahmen u. a. auch Bundespolizeidirektor Michael Takacs und der Wiener Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl teil.
Prokschi ging in seinen Predigtworten auf den zuvor in der Lesung vorgetragenen biblischen Psalm vom Guten Hirten ("Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen") ein. Er verstehe das Wirken von Polizistinnen und Polizisten sowie der Polizeiseelsorge auch als Teilhabe am Hirte-Sein Jesu. "Jesus ist immer bei uns und gibt auf jeden einzelnen acht; aber er braucht hier auf dieser Erde Helfer", sagte Prokschi.
"Wenn Gefahr droht, sind Sie gefordert, Leib und Leben zu schützen, Ordnung und Sicherheit wiederherzustellen", wandte er sich an die Sicherheitskräfte. Die Seelsorger und Seelsorgerinnen in der Polizei richteten den Blick auf die Innenseite des Lebens, so Prokschi. "Wir wollen mithelfen, dass Polizistinnen und Polizisten ihre innere Balance für diesen herausfordernden Beruf bewahren können."
Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von der Polizeimusik. Die lange Zeit baufällige und deswegen gesperrte Elisabeth-Kapelle in der Rossauer Kaserne dient seit einer Renovierung 2018 Polizistinnen und Polizisten als Raum der Stille und des Gebets. Altar, Ambo und Priestersitz im Zuge der baulichen Modernisierung aus alten, gebrauchten Bibeln gefertigt. In der Rossauer Kaserne befinden sich u. a. mehrere Dienststellen der Polizei, die Kapelle ist daher normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
Österreichweit 25 Polizeiseelsorger und -seelsorgerinnen
Die Mitte der 1990er in Österreich offiziell begründete Polizeiseelsorge ist im katholischen Glauben verwurzelt, aber dennoch pluralistisch ausgerichtet. Sie steht Polizisten und Polizistinnen offen sowie in der Sicherheitsverwaltung Tätigen und deren Angehörigen - unabhängig von Religions- und Konfessionszugehörigkeit. Die Seelsorger bieten Gesprächs- und Aussprachemöglichkeit, Gottesdienste, Segnungen und Andachten, aber etwa auch Hilfestellung bei ethischen Fragestellungen.
Die Polizeiseelsorger und -seelsorgerinnen sind dem jeweiligen Diözesanbischof verantwortlich, von staatlichen und polizeilichen Weisungen unabhängig und unterliegen der Verschwiegenheitspflicht. Ihre Rechte und Pflichten sind in Vereinbarungen zwischen Kirche und Innenministerium geregelt.
Österreichweit sind derzeit rund 25 Polizeiseelsorger und -seelsorgerinnen im Einsatz. Bundeskoordinatorin ist seit 2023 die steirische Landespolizeiseelsorgerin Elisabeth Lienhart als Bundespolizeiseelsorgerin. (Informationen: www.pastoral.at/polizeiseelsorge)
Quelle: kathpress