
Marketz: "Dynamische Verkündigung" braucht Priester und Laien
Auf den "unverzichtbaren missionarischen Auftrag" der Kirche hat der Kärntner Bischof Josef Marketz bei der jüngsten Diözesanratssitzung hingewiesen, die am Freitag im Stift St. Georgen am Längsee zum Schwerpunktthema des diözesanen Kirchenentwicklungsprozesses stattgefunden hat. Es gehe darum, "Menschen zu motivieren, in die herausforderungsreichen Situationen unserer Welt hinein die frohe Botschaft Jesu Christi zu bringen", betonte der Bischof.
Für diese Aufgabe brauche es eine "dynamische Art der Verkündigung", mit gegenseitiger Unterstützung von Priestern und Laien, so Marketz weiter. Er selbst sei dankbar, "dass immer mehr Menschen ihre geistliche Berufung spüren, Dienste in der Kirche übernehmen und gemeinsam Kirche bauen". Der Bischof forderte zugleich "Mut zu Innovation" in der Kirche und zitierte dabei Aussagen seines neuen Wiener Amtskollegen Josef Grünwidl. Offenheit für Aufbruch und Veränderung sei wichtig.
Impulse für die Vertiefung des Kirchenentwicklungsprozesses lieferte die geschäftsführende Leiterin des Diözesanrates, Elisabeth Schneider-Brandauer. Fragen wie "Was brauchen Menschen heute?", "Wie kommt das Evangelium heute zu den Menschen?" oder "Welche Sorgen nehme ich bei den Menschen wahr?" seien dabei zentral, so die Seelsorgeamtsdirektorin. Über mögliche zukünftige Pfarrstrukturen und geplante Dekanatsbüros informierte Barbara Velik-Frank, Bischöfliche Vikarin für Synodalität und Kirchenentwicklung; Klaus Einspieler von der Stabsstelle Bibel und Liturgie präsentierte zudem eine neue "Handreichung zum würdigen Feiern der Liturgie".
Der Kirchenentwicklungsprozess in Kärnten hat 2023 gestartet. Er zielt unter anderem darauf ab, Pfarren nicht aufzulösen, sondern in Pfarrverbänden zusammenzufassen, damit Gottesdienste und kirchliche Feste weiter zuverlässig gefeiert werden können. Die Leitung der Pfarren übernehmen Teams aus Priestern und Laien, die sich um Verwaltung, Liturgie und Seelsorge kümmern, um die Priester zu entlasten. Außerdem werden in den Dekanaten zentrale Büros eingerichtet, die Informationen und Serviceleistungen besser zugänglich machen. Der Prozess wurde über mehrere Jahre im Dialog mit Gläubigen, Mitarbeitenden und Pfarrgremien entwickelt. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam vor Ort, sodass jede Pfarre ihre eigenen Bedürfnisse berücksichtigen kann.
Der Diözesanrat der Diözese Gurk tagt zweimal jährlich. Dem von Bischof Marketz geleiteten Gremium gehören etwa 70 Personen an, die von Amts wegen, durch Wahl oder durch Ernennung bestimmt sind. Im Diözesanrat werden Beschlüsse gefasst und Richtlinien und Empfehlungen gegeben, die durch die Bestätigung des Bischofs Rechtswirksamkeit erlangen.
Quelle: kathpress