
Scheuer: Neugetauften über persönlichen Glauben Auskunft geben
Zum Austausch mit Neugetauften über den persönlichen Glauben hat Bischof Manfred Scheuer aufgerufen. Wer sich erst in späteren Jahren auf den Weg der Taufe und der Gottsuche mache, möge anderen Christen grundlegende Fragen stellen - wie etwa: "Woran glaubt ihr?" "Was zeichnet euren Glauben aus?" Solche Fragen beschäftigten Christen immer, sagte Scheuer, und räumte ein, die Angesprochenen würden wohl nie alle Antworten kennen und auch nicht immer Antwort geben können. Anlass war die feierliche Zulassung zur Taufe von 18 Jugendlichen und Erwachsenen am Freitagabend in der Krypta des Linzer Mariendoms.
Der Bischof zog Vergleiche mit biblischen Schilderungen von Menschen, die Jesus nach seinem Wohnort fragten und wenig später zu seinen Aposteln wurden. Fragen wie "Wer ist dieser Gott Jesu und wie ist er? Wie lautet seine Botschaft? Wie begegnet er uns in der heutigen Zeit? Wie wird der Glaube hier in Österreich gelebt?" seien bleibend aktuell, so Scheuer. "Alle miteinander sind wir ständig wie die Jünger hinter Jesus her und müssen uns vergewissern: Wo wohnst du?" Mit der Antwort "Komm und sieh" verweise Jesus darauf, dass er in der Welt sei - "gerade bei denen, die in irgendeiner Weise von materieller und seelischer Not betroffen sind".
Ebenso wie Jesus sollten Christen, wenn sie dazu befragt würden, über ihr Leben, ihre Gewohnheiten und ihre Alltagsgestaltung Auskunft geben, denn auch Jesus sei "sicher einer, der die Lebenswelten seiner Zeitgenossen wahrgenommen hat" und sei nicht vor sich selbst oder vor den Menschen davongelaufen. "Er hat kein Alibi gesucht, um sich wirklicher Begegnung zu entziehen. Er gewährt Gastfreundschaft", so Scheuer.
Die 18 anwesenden Katechumenen bereiteten sich seit rund einem Jahr auf die Taufe vor und waren in Begleitung von Angehörigen, Seelsorgern, Katecheten und künftigen Paten erschienen. Ein Taufwerber berichtete, dass der Glaube "irgendwie immer ein Teil meines Lebens" gewesen sei, besonders durch die prägenden Erfahrungen mit seiner Großmutter. Unterstützt von seiner Partnerin habe er schließlich aus eigener Überzeugung entschieden: "Die Taufe ist für mich ein bewusstes Ja zum Glauben."
Auch eine zweite Taufwerberin schilderte ihren Weg als Prozess des Suchens und Lernens. Sie habe erkannt, dass der Glaube Halt und Hoffnung gebe und wolle nun Teil einer Gemeinschaft sein. "Ich glaube an Gott und will diesen Glauben bewusst leben", erklärte sie.
Quelle: kathpress