
Welt-Downsyndrom-Tag: Hilfswerke fordern bessere Arbeitsmarktinklusion
Zum Welt-Downsyndrom-Tag (21. März) hat die Diakonie mehr Anstrengungen für einen inklusiven Arbeitsmarkt eingefordert und vor Kürzungen bei Fördermitteln gewarnt. Gleichzeitig verweist die Caritas Kärnten auf positive Erfahrungen mit einem Pilotprojekt, das Menschen mit Behinderungen in die Freiwilligenarbeit einbindet. Aktuell sei Österreich von einem inklusiven Arbeitsmarkt jedoch noch "meilenweit entfernt", so Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser in einer Aussendung am Dienstag. Auch wenn der "Wert, den wir einer Person zumessen", nicht von Leistung oder Erwerbsarbeit abhängen dürfe, brauche es mehr Engagement seitens der Politik für einen inklusiven Arbeitsmarkt.
"Die Menschenrechte buchstabieren aus, was garantiert sein muss, damit die Menschenwürde geachtet wird. Dazu gehört auch das Recht auf Arbeit", wies Moser hin. Laut dem evangelischen Hilfswerk zeigen aktuelle Zahlen eine alarmierende Entwicklung; demnach steigt die Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderungen derzeit rund dreimal so stark wie jene von Menschen ohne Behinderungen.
Im Februar 2026 waren österreichweit 17.199 Menschen mit Behinderungen arbeitslos gemeldet, im Vergleich zum Februar des Vorjahres ist das ein Anstieg um 14,6 Prozent. Eine deutlich stärkere Steigerung zur insgesamten Arbeitslosigkeit, hieß es.
Gleichzeitig sind 21,5 Prozent von Menschen mit Behinderungen armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Diese Realität steht im klaren Widerspruch zur UN-Behindertenrechtskonvention, die Österreich verpflichtet, gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.
Arbeitsmarktinklusion Opfer von Sparmaßnahmen
Sorge bereitet der Diakonie die Finanzierung von Unterstützungsmaßnahmen: Ab 2027 drohten Kürzungen im Ausgleichstaxfonds, aus dem Qualifizierung, Jobvermittlung und Arbeitsplatzsicherung finanziert werden. "Bei Chancengleichheit und Inklusion zu kürzen, ist schlichtweg diskriminierend und zahlt sich am Ende nicht aus", kritisierte Moser. "Einsparungen an dieser Stelle sind kurzsichtig, sie führen zu höheren sozialen und volkswirtschaftlichen Folgekosten durch Arbeitslosigkeit, Armutsgefährdung und den Verlust von Fachkräften." Sie forderte, "dass der Ausgleichstaxfonds gesichert wird, um inklusive Arbeitsmarktmaßnahmen für Menschen mit Behinderungen langfristig und verlässlich zu finanzieren".
Inklusives Freiwilligenprojekt in Kärnten
Positive Impulse kommen aus Kärnten, wo die Caritas seit Anfang 2026 ein inklusives Freiwilligenprojekt probt. Menschen mit Behinderungen engagieren sich im Pflegewohnhaus "St. Hemma-Haus" in Friesach.
Nach drei Monaten fällt die Bilanz laut Caritas positiv aus. Bereichsleiterin "Menschen mit Behinderung" bei der Caritas Kärnten Romy Strmcnik spricht von einer von "Authentizität, Respekt und gegenseitige Wertschätzung" geprägten Atmosphäre: "Das inklusive Freiwilligen-Engagement verbindet als gelungenes Modell wirksam Bildung, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt." Auch Theresa Kranabetter von der Servicestelle für Freiwilliges Engagement betont die Zielrichtung: "Das ist für uns nicht nur ein Projekt, sondern ein wichtiges Stück gelebte Inklusion." Ziel sei ein Engagement, "das niemanden ausschließt". (Infos: https://www.caritas-kaernten.at/inklusive-freiwilligenarbeit)
Quelle: kathpress