
OÖ-Ordensspitäler: Noch immer keine Einigung bei KV-Verhandlungen
Auch in der achten Verhandlungsrunde zum Kollektivvertrag (KV) des nicht-ärztlichen Personals zwischen den OÖ-Ordensspitälern und der Gewerkschaft am Dienstag hat es noch keine finale Einigung gegeben. Nun sind die Beschäftigten direkt angefragt und sollen bis 25. März über das bisher erzielte Verhandlungsergebnis abstimmen, im Fachjargon "Rückkopplung" genannt. Sowohl die Gewerkschaft vida als auch die Ordensspitäler haben am späten Dienstagabend in einer Aussendung nochmals ihre Positionen dargelegt.
Die OÖ Ordensspitäler hielten in ihrer Aussendung fest, dass man ein finales Angebot vorgelegt habe. Dabei sei besonderes Augenmerk auf arbeitszeitverkürzende Maßnahmen gelegt worden. "Wir gehen davon aus, dass das Angebot im Rahmen der Rückkopplung angenommen wird, damit wir letztendlich zu einem KV-Abschluss kommen und die Maßnahmen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umgesetzt werden können", hieß es wörtlich.
Die Gewerkschaft hielt hingegen in ihrer Aussendung fest, dass sich die Arbeitgeber beim Thema 40-Stunden-Woche nicht bewegt hätten, es sei also keine Verkürzung der Wochenstunden gelungen. Man habe deshalb einen für dieses Jahr "schmerzhaften Kompromiss" verhandeln können: Eine Erhöhung des Zeitbonus für alle Beschäftigten in Höhe von 15 zusätzlichen Stunden, gemeinsam mit weiteren arbeitszeitverkürzenden Maßnahmen. Das seien 15 Stunden mehr Freizeit pro Jahr - und damit ein erster Hebel, um für alle eine spürbare Entlastung durchzusetzen, so vida KV-Verhandlerin Martina Reischenböck. Dazu kommt die Erhöhung der Gehälter und Zulagen um 3,3 Prozent ab Juli bei einer einjährigen Laufzeit. "Die Erhöhung des jährlichen Zeitbonus ist ein Schritt in die richtige Richtung - vor allem in Verbindung mit dem Rechtsanspruch, ihn in Zeit zu konsumieren. Jetzt sind alle Beschäftigten am Zug, über das aktuelle Angebot abzustimmen", so Martina Reischenböck. Das Ergebnis der "Rückkopplung" wird am Mittwoch, 25. März, bekannt gegeben.
Im Kern ging und geht es bei den Verhandlungen um die Wochenarbeitszeit. Die Gewerkschaft wollte sie ursprünglich von derzeit 40 auf 35 Stunden herabsetzen, was die Arbeitgeberseite stets als wirtschaftlich absolut unrealistisch bezeichnete.
Die Ordensspitäler Oberösterreich betreiben Krankenhäuser in Linz, Ried, Braunau, Wels-Grieskirchen und Sierning. Zusammen beschäftigen sie rund 10.000 Mitarbeiter, versorgen 52 Prozent der stationären Patienten des Bundeslandes und führen 51 Prozent aller ambulanten Patientenkontakte durch. Das Land Oberösterreich finanziert die Einrichtungen und wird von beiden Seiten stets als wichtiger Partner in den Verhandlungen genannt.
Quelle: kathpress