
Fortpflanzungsmedizingesetz: Aktion Leben fordert Kinderschutzkonzept
Im Vorfeld der geplanten Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes bis April 2027 hat der Verein "Aktion Leben Österreich" Reformbedarf geortet und stärkere Berücksichtigung von Kinderrechten gefordert. Aufgrund der immer häufiger frequentierten Reproduktionsmedizin gäbe es hohen Reformbedarf, so Aktion Leben-Generalsekretärin Martina Kronthaler in einer Aussendung am Mittwoch. Sie warnte davor, wirtschaftliche Interessen in diesem Feld zu unterschätzen: "Kinder und Frauen müssen in diesem so sensiblen Bereich besonders geschützt werden." Hintergrund ist die Aufhebung des Verbots von Social Egg Freezing durch den Verfassungsgerichtshof. Für Kronthaler "eine Gelegenheit, Lücken bei Kinderrechten zu schließen".
Kritik gibt es am bis dato angekündigten und beschlossenen, aber nicht umgesetzten Keimzellspendenregister. Der Verein verwies auf die Kinderrechtskonvention (Artikel 7 KRK), laut der jedes Kind ein Recht hat, seine Eltern zu kennen. Dem entgegen stünden jedoch rechtliche Entwicklungen, wie die Änderungen im Abstammungsrecht. Kritik übt Aktion Leben auch an bestehenden Verfahren der Reproduktionsmedizin. So seien Techniken wie die Eizellspende "ohne Begleitforschung" eingeführt worden, es fehle an Transparenz über gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder sowie auf spendende wie empfangende Frauen.
Besonders deutlich äußerte sich der Verein am Mittwoch zur Leihmutterschaft: Diese sei zwar in Österreich verboten, es gäbe aber Möglichkeiten, dieses Verbot zu umgehen. Werde Leihmutterschaft etwa im Ausland in Anspruch genommen, würden die Kinder anschließend in Österreich anerkannt. "Das bedeutet: Wer Geld hat, kann sich Kinder kaufen", so Aktion Leben. Dies widerspreche grundlegenden Kinderrechten und führe zu "schweren Menschenrechtsverletzungen und Leid von Frauen und Kindern". Und weiter: "Statt Leihmutterschaft zu verbieten, forciert die EU-Kommission die grenzüberschreitende Anerkennung von Kindern aus Leihmutterschaft mittels Elternschaftszertifikat, ein klarer Verrat an allen Bestrebungen dagegen."
Auch bei einer möglichen Neuregelung des Social Egg Freezing fordert der Verein klare Grenzen. "Kein Verkauf von Keimzellen. Beibehalten des Verbots von anonymen Keimzellspenden", betonte Kronthaler. Zudem brauche es unabhängige Beratung für junge Frauen zu Kosten und Erfolgsaussichten.
Menschen mit unerwünschtem Kinderwunsch benötigten eine bessere Begleitung durch unabhängige Beratung sowie eine Beschäftigung mit den Ursachen. "Denn vieles könnte vermieden werden, könnten sich junge Menschen ihren Kinderwunsch früher erfüllen und wäre mehr bekannt, welche Faktoren Fruchtbarkeit reduzieren", meinte Kronthaler.
Quelle: kathpress