
Am Palmsonntag Heilig-Land-Kollekte in Österreichs Kirchen
In Österreich wird am Palmsonntag in den katholischen Gottesdiensten für pastorale und soziale Initiativen zugunsten der Christen im Heiligen Land gesammelt. Die Sammlung ist Teil der weltweit durchgeführte traditionellen Heilig-Land-Kollekte "Pro Terra Sancta" (Für das Heilige Land), die von Papst Paul VI. (1963-1978) eingerichtet wurde. In Österreich findet die Kollekte immer am Palmsonntag statt, in den meisten anderen Ländern am Karfreitag.
In einem Schreiben zur diesjährigen Kollekte hat sich Kardinal Claudio Gugerotti, Präfekt des Dikasteriums für die Ostkirchen, an die Bischöfe weltweit gewandt. Angesichts der anhaltenden Gewalt im Nahen Osten und der massiven Abwanderung von Christen ruft er zur großzügigen Unterstützung auf und warnt eindringlich davor, dass ohne Hilfe die lebendige christliche Präsenz an den Wirkungsstätten Jesu auszusterben droht.
"Wie sehr haben wir gehofft, dass der Frieden endlich Leben und Hoffnung ins Heilige Land zurückbringen möge!", so Gugerotti in seinem Schreiben, aus dem "Vatican News" zitiert. Doch die Realität sei ernüchternd: Waffenruhen blieben aus, Gebiete seien umkämpft, und während das Medieninteresse nachlasse, sterben weiterhin Menschen.
Besonders dramatisch sei die Lage der christlichen Minderheit. Die Situation der im Heiligen Land verbliebenen Christen sei existenzbedrohend. Gugerotti berichtet zudem von Schulen, in denen Lehrer fehlen, weil ihnen die Einreise verweigert wird, und von Familien, die vor den Trümmern ihrer Existenz stehen. Viele hätten durch das Ausbleiben von Pilgern ihre Arbeit verloren.
Der Kardinal betont, dass ein Heiliges Land ohne lebendige Gemeinden zu einem bloßen Freilichtmuseum würde: "Ein Heiliges Land ohne Gläubige ist ein verlorenes Land, weil die lebendige Erinnerung verloren ginge."
Der Appell des Kardinals stützt sich auch auf die Worte von Papst Leo XIV., der unermüdlich zu echtem Frieden statt vorläufigen Waffenstillständen aufruft. Der Papst betonte erst kürzlich vor Vertretern der Ostkirchen: "Den Christen muss die Möglichkeit gegeben werden, mit allen Rechten, die ihnen ein sicheres Leben garantieren, in ihrer Heimat zu bleiben."
Quelle: kathpress