Verteidigungsminister Darabos würdigt Militärseelsorge
Wien, 23.11.07 (KAP) Verteidigungsminister Norbert Darabos würdigt die Arbeit der Militärseelsorge. Aus zahlreichen persönlichen Begegnungen mit Soldatinnen und Soldaten wisse er um die große Bedeutung der Militärseelsorge, so Darabos in einem Interview in der aktuellen Sonderbeilage "im blick: militärseelsorge" der Zeitschrift "Der Soldat". Er selbst habe in seiner Funktion als Pressesprecher des früheren burgenländischen Landeshauptmanns Karl Stix bei Truppenbesuchen "die Arbeit der Militärseelsorge zu schätzen gelernt".
Im Einsatz leiste die Militärseelsorge einen wichtige Dienst, weil sie den Soldaten helfe, ihre "schwierigen, oft gefährlichen Aufgaben auch seelisch und psychisch zu bewältigen". Der Soldat stelle "keine Maschine" dar, sondern muss in seiner "Gesamtheit" gesehen werden, so Darabos. Hier gebe es eine prinzipielle Nähe zwischen dem Verteidigungsressort und der Militärseelsorge, da immer "der Mensch im Mittelpunkt" gesehen werden müsse.
"Internationalisierung" und "Ökumenisierung" stellen laut Darabos die besonderen Herausforderungen heute für die Militärseelsorge dar. Die Tatsache, dass die Einsatzverbände heute "multinational" zusammengestellt sind, bedeute auch für die Militärseelsorge die Aufgabe einer verstärkten internationalen Zusammenarbeit. Da die Militärseelsorge zu den wesentlichen Betreuungselementen der Soldaten zähle, will sich der Minister "persönlich dafür einsetzen, dass die Rahmenbedingungen für diese wichtige Arbeit weiterhin stimmen".
Soldatenwallfahrt 2008
Militärbischof Christian Werner lädt in seinem Beitrag "Wallfahren schärft den Blick für das Wesentliche" die Soldaten und Heeresangehörigen zur 50. Soldatenwallfahrt nach Lourdes im kommenden Jahr. Mit der Wallfahrt wird zugleich auch das 150-Jahr-Jubiläum der Marienerscheinungen in Lourdes begangen.
Pilgern stelle ein "Symbol des menschlichen Lebens" dar, insofern sich das "rastlose Unterwegs-Sein" mit der "Sehnsucht nach einer letzten Erfüllung" treffe, so Werner. Bei der heurigen Pilgerfahrt nach Lourdes, die unter dem Motto "Lasst Euch mit Gott versöhnen" stand, trafen rund 20.000 Soldaten aus 30 Nationen zusammen.
Wurzeln im 16. Jahrhundert
Die historischen Wurzeln der Militärseelsorge reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Damit gehört die Militärseelsorge zu den ältesten "kategorialen" Seelsorgeformen. Die österreichische Militärdiözese umfasst derzeit rund 100.000 Katholiken. Neben 16 auf die Bundesländer verteilten Militärpfarren gibt es derzeit drei "Pfarren" in Einsatzgebieten des Bundesheeres auf dem syrischen Golan, im Kosovo und in Bosnien. Insgesamt sind 22 Militärgeistliche in diesen Einsätzen ihren Dienst. Ihr Tätigkeitsbereich erstreckt sich von der seelsorglichen Betreuung der Soldaten über die Messfeiern bis hin zu Beratertätigkeiten.
Die Militärseelsorge wurde weltweit durch die Apostolische Konstitution "Spirituali Militum Curae" vom 21. April 1986 neu geregelt. Daraus erfolgte die rechtliche Angleichung der Militärseelsorge (Militärdiözese) an die Diözesen unter Beachtung des Konkordates zwischen dem Heiligen Stuhl und der Republik Österreich. Erster Militärbischof in der neuen Regelung war Alfred Kostelecky, sein Nachfolger ist seit 1994 Christian Werner. Vor 1986 hatten Diözesanbischöfe zusätzlich die Aufgabe des Militärordinarius übernommen gehabt, zunächst Kardinal Franz König, dann der St. Pöltner Bischof Franz Zak. (ende)