
Kirchliche Segensfeiern sollen zeitgemäß erneuert werden
Die Richtlinien für kirchliche Segensfeiern werden derzeit überarbeitet. Das bis heute bei Segensfeiern im Gebrauch befindliche Buch ("Benediktionale") stammt bereits aus dem Jahr 1978. Die gestiegene Nachfrage nach Segensfeiern sowie die nicht mehr zeitgemäße Form und Sprache des bisherigen, für den deutschen Sprachraum verbindlichen Buches machten eine grundlegende Erneuerung notwendig, betonte der für das Projekt verantwortliche Leiter des Österreichischen Liturgischen Instituts (ÖLI), P. Johannes Feierabend, gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress. Derzeit befindet sich das Projekt in der Phase der Erprobung einzelner Segensformen - vorliegen soll das neue Buch bis 2029.
Eigentlich war das Benediktionale von 1978 als provisorische Studienausgabe gedacht, bis ein römisches Benediktionale vorliegen würde, erklärte P. Feierabend. Die römische Vorgabe ("De Benedictionibus") erschien 1984. Im Jahr 1995 sollte auf dieser Basis die Erarbeitung einer deutschen Neuausgabe erfolgen. Das Projekt sei jedoch gestoppt worden, um die damals als vorrangig erachtete deutsche Übersetzung des neuen Messbuches ("Missale Romanum") nicht zu beeinträchtigen. P. Feierabend: "Der liturgische und pastorale Bedarf an einem zeitgemäßen Segensbuch wuchs jedoch stetig. Dazu trug u. a. auch ein verändertes Sprachempfinden bei - die Sprache des alten Benediktionale wurde als altmodisch empfunden. Außerdem gab es den Wunsch nach mehr Stringens im Aufbau der Feiern und nach einer einheitlicheren Form."
2019 hat die "Konferenz Liturgie der Kirche im deutschen Sprachgebiet" (KLD) das Projekt dann forciert. 2023 gab es grünes Licht seitens des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Seit 2022 arbeitet eine international besetzte Arbeitsgruppe an einer Neuordnung der Segensanlässe und an Modellvorlagen für den Aufbau und die Elemente der Segensfeiern. Künftig soll allen Segensfeiern ein einheitliches Gerüst zugrunde liegen, so P. Feierabend, um so für größere Wiedererkennbarkeit zu sorgen.
Derzeit würden zeitgleich erste Formulare in der Praxis erprobt und weitere von insgesamt 80 Formularen erarbeitet. Konkrete bzw. im Benediktionale berücksichtigte Segensformen sind etwa Reisesegen, Blasiussegen, die Segnung von Babys, Kranken und Jugendlichen in Lebensübergängen sowie Gräbersegungen. 2029 soll dann ein neues deutschsprachiges "Benediktionale" vorliegen. P. Johannes: "Nach Jahrzehnten des Provisoriums steht die Erarbeitung eines neuen deutschsprachigen Benediktionales nun auf einem verlässlichen Weg. Wenn alles planmäßig verläuft, wird künftig ein Buch vorliegen, das Neues und Bewährtes verbindet - und damit die liturgische Segenspraxis unserer Zeit nachhaltig prägen kann."
Quelle: kathpress