
100 Jahre Passionsspiele St. Margarethen: Briefmarken und Festprogramm
Die Passionsspiele im Steinbruch St. Margarethen begehen 2026 ihr 100-jähriges Jubiläum - und das mit einem vielfältigen Festprogramm: Eine Neuinszenierung, Sonderbriefmarken, eine umfassende Chronik, eine Ausstellung und Filmvorführungen würdigen ein Jahrhundert Bühnenkunst. Im Zentrum steht das neue Stück "Mirjam - stark wie der Tod ist die Liebe", das die Passionsgeschichte erstmals aus weiblicher Perspektive erzählt und am 23. Mai seine Premiere feiert. Weitere Vorstellungen gibt es bis zum 12. Juli an allen Samstagen, Sonntagen und Feiertagen auf der Ruffinibühne im Steinbruch St. Margarethen. Bereits am Freitag, dem 27. März, werden um 15 Uhr im Haus Bethanien in St. Margarethen die Jubiläums-Sonderbriefmarke der Österreichischen Post sowie weitere Sammlermarken vorgestellt.
Die Sonderbriefmarke ziert eine stilisierte Darstellung einer Abendmahlsszene im Steinbruch St. Margarethen, die die Österreichische Post auf Anregung des Österreichischen Philatelistenvereins St. Gabriel herausgibt (Nennwert 1,25 Euro). Zudem bringt dieser gemeinsam mit den Passionsspielen St. Margarethen eine eigene "Mirjam"-Briefmarke mit dem Titelbild der verschleierten Mirjam sowie einen dreiteiligen Briefmarkenblock mit Szenen aus dem Passionsspiel heraus (Nennwert jeweils 1 Euro).
In der Zeit von 12 bis 17 Uhr öffnet die Post im Haus Bethanien ein mobiles Postamt, wo die erworbenen Briefmarken mit einem anlassbezogenen Sonderstempel versehen werden, der das charakteristische Symbol der Passionsspiele - das Kreuz mit wallenden Tüchern - zeigt. Gleichzeitig findet eine Sonderausstellung des Philatelistenvereins St. Gabriel statt. Um 13 Uhr wird eine Führung durch das Spielgelände im Steinbruch St. Margarethen angeboten.
Neuinszenierung
Mit "Mirjam - stark wie der Tod ist die Liebe" wolle man die Geschichte vom Leben, Leiden und der Auferstehung Jesu Christi neu interpretieren, informierte der Spielleiter und Autor Pfarrer Richard Geier in einer Aussendung. Regie führt Manfred Waba, der auch für das Bühnenbild verantwortlich zeichnet. Die Musik stammt von Albin Rudisch. 500 Mitwirkende zählen die Passionsspiele, die von Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics am Christkönigssonntag (23. November) im Vorjahr feierlich angelobt wurden.
Im Zentrum des Jubiläumsjahres wird daher neben der Neuproduktion auch die Tradition und Geschichte der Passionsspiele in St. Margarethen stehen, teilten die Veranstalter mit: Franz Miehl, früheres Vorstandsmitglied und Europassionsvertreter, arbeitet an einer umfassenden Chronik der Passionsspiele St. Margarethen, die im Jubiläumsjahr in Buchform erscheinen soll. Mit einer Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein KuBiKu sowie mit Filmvorführungen vergangener Passionsspiele soll zudem die reiche St. Margarethener Passionsspielgeschichte über das ganze Jahr 2026 verteilt erlebbar gemacht werden, hieß es.
Geschichte der Passionsspiele St. Margarethen
Die Passionsspiele St. Margarethen wurden erstmals 1926 von Pfarrer Josef Kaindlbauer und dem Leiter der Pfarrjugend, dem Jungbauern Emmerich Unger, gemeinsam mit Jugendlichen der Pfarre aufgeführt - damals noch auf dem Bauernhof der Familie Unger, ab 1933 im 1929 errichteten Pfarrgemeindehaus, dem heutigen Haus Bethanien. 1961 wurde zum ersten Mal im Römersteinbruch St. Margarethen gespielt. Die damals in Eigenregie errichteten Bühnenbauten aus Holz und Stein dienten 50 Jahre als Kulisse und wurden 2011 für die neue Passionsspielproduktion unter Regisseur Robert Herzl abgerissen, um den Steinbruch zu entkernen. Nach 2016 zogen die Passionsspiele auf die kleinere Ruffinibühne um.
(Info: https://www.passio.at)
Quelle: kathpress