
Barmherzige Brüder: Weitere personelle Ernennungen in neuer Provinz
Am Mittwoch hat in Wien die erste Konferenz der Prioren der Konvente der neuen Ordensprovinz Europa Mitte der Barmherzigen Brüder stattgefunden. Provinzial Rudolf Knopp überreichte den Prioren im Rahmen des Morgengottesdienstes die offiziellen Ernennungsurkunden. Damit ist ein weiterer personeller Schritt bei der Etablierung der neuen Ordensprovinz gesetzt.
Beim ersten Provinzkapitel im Jänner, bei dem auch Provinzial Knopp gewählt wurde, wurden Vorschläge für die Besetzung der Ämter der Hausoberen (Prioren) erstellt. Die Vorschläge wurden schließlich von der Generalleitung des Ordens in Rom genehmigt. Nun erfolgt die offizielle Übergabe der Dekrete an die Prioren der jeweiligen Konvente einer Ordensprovinz.
Die Prioren der Konvente in Österreich sind Frater Daniel Katzenschläger (Eisenstadt), Frater Antonius Nguyen (Graz/Kainbach), Frater Nikolaus Deckan (Linz) und Frater Thomas Pham (Wien). Neben Österreich umfasst die Ordensprovinz auch Standorte in Bayern, Tschechien, Ungarn sowie der Slowakei. Die Prioren sind Frater Johannes Karlik (Bratislava/Brünn), Frater Kornelius Unger (Budapest/Pécs), Frater Thomas Väth (München), Frater Benedikt Hau (Neuburg an der Donau) und Frater Eberhard Michl (Regensburg).
Ordensprovinz Europa Mitte
Die Ordensprovinz Europa Mitte der Barmherzigen Brüder ist eine von derzeit weltweit 17 Ordensprovinzen. Sie wurde im vergangenen Jahr gegründet. In der neuen Ordensprovinz mit Standorten in Bayern, Österreich, Tschechien, Ungarn und der Slowakei betreiben die Barmherzigen Brüder Spitäler sowie zahlreiche weitere Sozial- und Gesundheitseinrichtungen wie Alten- und Pflegeheime, Lebenswelten für Menschen mit Behinderungen, eine Therapiestation für Drogenkranke, Hospize sowie Kur- und Wellnesseinrichtungen. In diesen Einrichtungen gibt es fast 5.800 Krankenhausbetten und über 800 Betreuungsplätze für ältere Menschen. Weiters werden fast 4.000 Menschen mit Behinderungen betreut und annähernd 1.000 Menschen in Berufen des Sozial- und Gesundheitswesens ausgebildet. Die neue Provinz zählt rund 25.000 Mitarbeitende.
Die Vereinigung als neue Provinz bezieht sich vor allem auf die Verwaltung des brüderlichen Bereichs und die Leitungsgremien des Ordens. Die einzelnen Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Krankenhäuser, Hospize und viele andere Werke des Gesundheits- und Sozialsystems sowie die Konvente sind in ihrem Tun und Handeln nicht direkt betroffen. An ihren Namen oder ihrer Rechtspersönlichkeit gibt es keine Änderungen. Ebenso bleibt die Rechtspersönlichkeit der Ordensprovinz erhalten, die in Österreich aufgrund des Konkordats von 1933 die Stellung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts innehat.
Neues Magazin "Misericordia"
Die Ordensleitung bemüht sich darum, das Zusammengehörigkeitsgefühl in der neuen Provinz zu stärken. Die geschieht u.a. auch durch das neue Magazin "Misericordia", das erstmals im Sommer 2025 erschien. Es gibt neben einer deutschen auch eine inhaltlich gleiche Ausgabe in ungarischer und slowakischer Sprache. Das Mitarbeiter-Magazin erscheint vier Mal im Jahr.
Der Orden wolle dadurch mit den Mitarbeitenden in Kontakt bleiben, "und auf viele Fragen gemeinsam eine Antwort suchen", so Provinzial Knopp: "Was gibt es an neuen Überlegungen und Trends im Gesundheits- und Sozialwesen? Was ist in den Einrichtungen und Diensten geschehen? Wo können wir voneinander lernen? Was bewegt im weltweiten Orden und im speziellen in der Region Europa Mitte die Brüder?"
Mit der neuen Ordensprovinz wollten die Barmherzigen Brüder "zukunftsgerichtet unserer kleiner werdenden Gruppe Wege und Möglichkeiten eröffnen und so die Wirksamkeit als Ordenschristen erhalten", so Knopp. Ein kleiner Baustein dabei sei das neue Magazin.
Die Barmherzigen Brüder sind in 55 Staaten mit rund 440 Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens auf allen Kontinenten vertreten. Geführt werden die Einrichtungen von weltweit 965 Ordensbrüdern gemeinsam mit etwa 65.000 haupt- und 35.000 ehrenamtlich Mitarbeitenden. (Infos: www.barmherzige-brueder.at)
Quelle: kathpress