
Papst am Palmsonntag: Gott rechtfertigt niemals Krieg
Mit einer feierlichen Palmsonntagsmesse im Vatikan hat die vorösterliche Karwoche begonnen. Vor Tausenden Menschen auf dem Petersplatz warb Leo XIV. eindringlich um ein Ende der Kriege in der Welt, die niemals durch den christlichen Glauben zu rechtfertigen seien. "Das ist unser Gott: Jesus, der König des Friedens", so der Papst. "Ein Gott, der den Krieg ablehnt, den niemand dazu benutzen kann, um Krieg zu rechtfertigen", kritisierte Leo XIV. Gott erhöre nicht das Gebet derer, die Krieg führen, denn ihre Hände seien voller Blut.
Aktuelle "Kreuze der Menschheit"
Im Leiden und Sterben von Jesus Christus, an das die Christen in der Woche vor Ostern erinnern, zeigten sich "die Kreuze der Menschheit", so der Papst weiter: Die Wunden so vieler Frauen und Männer heute, die niedergeschlagen, hoffnungslos, krank oder einsam sind. "Und vor allem hören wir das schmerzerfüllte Stöhnen all derer, die gewalttätig unterdrückt werden, und aller Opfer des Krieges."
Christus, der König des Friedens, rufe noch immer laut von seinem Kreuz herab: "Gott ist Liebe! Habt Erbarmen! Legt die Waffen nieder, denkt daran, dass ihr Brüder und Schwestern seid!", appellierte Leo XIV. in seiner Predigt.
Festliche Palmprozession zum Obelisken
Die rund zweistündige Feier hatte mit einer festlichen Palmprozession zum Obelisken auf dem Petersplatz begonnen. Dabei zogen der Papst, Kardinäle, Zelebranten und weitere an der Messe Beteiligte mit Palmzweigen und geschmückten Palmstöcken, sogenannten Palmurelli, unter feierlichen Gesängen des Chores zu dem rund 40 Meter hohen Monolithen. Dort segnete der Papst die Palmzweige, die an den Einzug von Jesus Christus in Jerusalem erinnern, wo ihm die Menschen mit Palmzweigen zujubelten.
Anschließend folgte wiederum eine gut zehnminütige Palmprozession zum Hauptaltar vor dem Petersdom. Papst, Kardinäle und Zelebranten trugen rote Gewänder. Vor der prachtvollen Kulisse der in der römischen Morgensonne strahlenden Fassade setzte sich die hoch emotionale Feier fort. Einer der Höhepunkte war die Lesung der Passionsgeschichte, die traditionell mit verteilten Rollen von drei Diakonen vorgetragen wurde.
Nach der Messe fuhr Leo XIV. im Papamobil über den Petersplatz, um die vielen Menschen zu begrüßen.
Quelle: kathpress