
Graz: "Seggauer Gespräche" heuer zum Thema assistierter Suizid
Ganz im Zeichen eines hochaktuellen und bioethisch wie gesellschaftlich umstrittenen Themas stehen die heurigen "Seggauer Gespräche". Am 9./10. April wird die Gesprächsreihe im steirischen Schloss Seggau, die heuer ihr 20-Jahr-Jubiläum feiert, unter dem Titel "Assistierter Suizid in Österreich" stattfinden und Expertinnen und Experten aus Theologie, Medizin, Recht sowie aus der Praxis zusammen, um die rechtlichen Rahmenbedingungen, ethischen Herausforderungen und gesellschaftlichen Implikationen des assistierten Suizids in Österreich zu beleuchten. Ziel ist eine differenzierte Auseinandersetzung zwischen Staat und Kirche sowie zwischen verschiedenen wissenschaftlichen und praktischen Perspektiven, heißt es in der Ankündigung.
Eröffnet wird das Symposium am Donnerstag, 9. April, vom Grazer Theologen Prof. Walter Schaupp mit einem Vortrag über theologisch-medizinethischen Perspektiven auf das Thema Suizidbeihilfe. Der Linzer Verfassungsjurist Prof. Michael Mayrhofer widmet sich in Folge den verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen und damit insbesondere den rechtlichen Entwicklungen seit den einschlägigen Entscheidungen des Verfassungsgerichtshofes.
Der zweite Tag, Freitag, 10. April, rückt stärker die Perspektiven aus der Praxis in den Fokus: Der Grazer Palliativmediziner Gerold Muhri eröffnet mit einem Beitrag zur medizinischen Sicht, gefolgt von einem Vortrag von Michaela Watting von der Patienten- und Pflegeombudschaft Steiermark, die die Perspektive der Patientinnen und Patienten einbringt. Alexandra Fuchsbichler von der Österreichischen Apothekerkammer spricht über die Rolle der Apothekerinnen und Apotheker im Kontext der Sterbeverfügung. Den Abschluss bildet ein Vortrag von Alexander Winkler von der Notariatskammer, der die Sterbeverfügung aus Sicht der notariellen Praxis darstellt.
Die Tagung wird geleitet vom Grazer Philosophen Prof. Reinhold Esterbauer, der Wiener Wirtschaftsethikerin Prof. Katharina Pabel sowie dem Wiener Ökonomen Prof. Christoph Grabenwarter. Organisiert wird die Veranstaltung vom Institut für Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz.
"Seggauer Gespräche" seit 2006
Die "Seggauer Gespräche" wurden 2006 auf Initiative des damaligen steirischen Bischofs Egon Kapellari ins Leben gerufen. Sie haben sich in den vergangenen Jahren als Diskussionsforum an der Schnittstelle von Recht, Religion, Politik und Geschichte etabliert und finden alle zwei Jahre statt. Die Gesprächsreihe ist eine Kooperationsveranstaltung der Diözese Graz-Seckau, der Erzdiözese Salzburg, der Evangelischen Diözese Steiermark, des Instituts für Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz und des Instituts für Europarecht und Internationales Recht der Wirtschaftsuniversität Wien. (Infos: www.katholische-kirche-steiermark.at/portal/specials/seggauergespraeche)
Quelle: kathpress