
Marketz: Karfreitag als Aufruf zu Mitgefühl und Verantwortung
Der Karfreitag ist kein Tag des Ausweichens, sondern Möglichkeit, Schmerz und Ungerechtigkeit bewusst wahrzunehmen: Der Tag des Leidens und Sterbens Jesu Christi am Kreuz rufe zu Mitgefühl und konkreter Verantwortung auf, so der Kärntner Diözesanbischof Josef Marketz am Karfreitag bei einem ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Pfarrkirche Villach-Nord. Er stand dem Gottesdienst gemeinsam mit der evangelischen Superintendentin Andrea Mattioli vor. Die Passionsgeschichte führe vor Augen, wie Jesus leide, und fordere dazu heraus, "nicht nur mitleidiges Bedauern, sondern echtes Mitfühlen" zu zeigen, so Marketz in seiner Ansprache. Der ökumenische Gottesdienst wurde live in Radio Kärnten übertragen.
"Es ist ein Aufruf, nicht wegzusehen, wo Menschen heute leiden: in den Rissen unserer Gesellschaft, in den Krankenhäusern, in den Kriegsgebieten. Nicht wegzuhören, wo der Schrei nach Gerechtigkeit laut wird, die Ohnmacht nicht mehr auszuhalten ist". Dieses Mitgefühl müsse sich auch im Handeln ausdrücken, sagte Marketz.
Der Bischof betonte auch die ökumenische Dimension: Das Kreuz sei "das Zeichen unserer Erlösung", zugleich aber "ein Zeichen des äußersten Leidens", das alle Christinnen und Christen verbinde. In der Passion zeige sich ein Gott, der gerade im Leid gegenwärtig sei: "Gott ist da, wo es schwierig, mühsam, leidvoll und aussichtslos ist."
Den letzten Ruf Jesu - "Es ist vollbracht" - deutete Marketz als Zeichen der Hoffnung. Dieser sei "kein resigniertes Ende, sondern der Sieg der Liebe Gottes, die alles Leid verwandelt". Deshalb bleibe der Karfreitag "trotz der Dunkelheit ein Tag der Hoffnung".
Quelle: kathpress