
Grünwidl: Osterbotschaft in österreichischer Seele fest eingebrannt
Ostern ist für den Wiener Erzbischof Josef Grünwidl ein "Fest gegen die Schwerkraft", gegen all das, was die Menschen hinunterzieht. Er wünsche sich, so Grünwidl, am Freitag im ORF-Mittagsjournal, dass die Menschen dieses Fest der Hoffnung auch in dieser Weise erleben. Auch wenn viele heute nicht mehr wie früher die gleiche Nähe zur Kirche hätten, sei er überzeugt: "Die Grundbotschaft von Ostern, dass das Gute stärker ist als das Böse, dass der Wille zum Frieden stärker ist als Hass und Krieg, diese Grundbotschaft ist in der österreichischen Seele fest eingebrannt und das macht mir auch Mut und gibt mir Zuversicht."
Der Erzbischof sprach von einer Herausforderung für sich und auch für die Kirche, "dass wir keine Karsamstag-Kirche werden, die beim Grab stehen bleibt, bei Trauer, Tod und Leid, sondern, dass wir eine Osterkirche werden". Insofern sei sein primäres Ziel als Erzbischof auch nicht, die Kirchenreihen wieder aufzufüllen, sondern vielmehr den Menschen in deren Leben das Evangelium näher zu bringen.
Es brauche in der Kirche ein Umdenken, so Grünwidl: "Jahrhundertelang waren wir es gewohnt, dass Menschen in Österreich ganz selbstverständlich christlich leben, die allermeisten katholisch, evangelisch oder orthodoxe Christinnen und Christen. Jetzt ist das Christentum ein Angebot unter vielen anderen und es braucht von unserer Seite die Bereitschaft, hinauszugehen, über unseren Glauben zu reden, auf Menschen zuzugehen und in dieser Hinsicht auch neue Wege zu versuchen."
Viele in der Kirche hätten sich diesbezüglich auch schon auf den Weg gemacht, "und ich wünsche mir das, dass das auch in österlicher Hoffnung und Zuversicht passiert", sagte der Erzbischof. Grünwidl verwies auf etwa 50.000 Ehrenamtliche alleine in der Erzdiözese Wien, die in diesen Tagen dabei helfen würden, Ostern festlich zu gestalten.
"Hoffnung gegen alle Hoffnung"
Im Blick auf Kriege und Krisen auf der Welt sprach der Erzbischof von der "Hoffnung gegen alle Hoffnung" als Grundprinzip des Christentums. "Den großen Weltfrieden kann ich als kleiner Erzbischof von Wien jetzt nicht prägen. Aber jeder Mensch hat die Möglichkeit im eigenen Umfeld, Frieden zu stiften, versöhnlich zu wirken" und so einen kleinen Beitrag für die Mitmenschen zu leisten.
Grünwidl verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass etwa vor wenigen Tagen ein Mitarbeiter der Erzdiözese Wien in die Westukraine gefahren sei, um den Kindern dort Ostergeschenke zu bringen, Spielzeug und Süßigkeiten. - Der Erzbischof sprach damit die "Osterspendenaktion 2026" an, zu der er selbst aufgerufen hatte und die in Zusammenarbeit mit der St. Elisabeth-Stiftung sowie den Pfarren Baden St. Stephan und St. Josef stattgefunden hat. Der Koordinator der Hilfsaktion, Manuel Baghdi, war vor wenigen Tagen in die Ukraine gereist, um die Spenden zu überbringen.
Quelle: kathpress