Umfrage: Glaube verbreitet, aber Kirche verliert an Bindung
In Österreich glauben laut einer aktuellen Oster-Umfrage des Linzer "Market"-Instituts für den "Der Standard" (Ausgabe 4. April) 42 Prozent der Bevölkerung an einen allmächtigen Gott, doch nur rund 30 Prozent wollen zu Ostern einen Gottesdienst besuchen. Laut Umfrage glaubt rund ein Drittel der unter 30-Jährigen an Gott. Generation Z, die Jahrgänge 1995 bis 2010, nehme zudem wieder öfter an Gottesdiensten teil und lässt sich taufen, so die Tageszeitung. Führend in der Fragestellung sind die Bevölkerung am Land (46 Prozent), Personen über 50 Jahre (52 Prozent), vor allem die ÖVP-Wählerschaft (60 Prozent).
Auch bei Taufen und kirchlichem Interesse junger Menschen registrieren Katholische Jugend wie Erzdiözese Wien zuletzt eine Zunahme. "Tatsächlich sehen wir auch in Österreich ein stärkeres Interesse gerade junger Menschen an Glaube und Kirche", so der Pressesprecher der Erzdiözese Wien, Michael Prüller.
Die Distanz zur Institution Kirche bleibe trotzdem groß, hieß es. "Market"-Politikforscher David Pfarrhofer erklärt: "Die Kirchenaustritte oder generell das Fernbleiben von Gottesdiensten haben oft nicht den Glauben selbst als Ursache, sondern das System und die Institution Kirche." Die Umfrage mit 800 Teilnehmenden ergab, dass selbst unter Gruppen mit hohem Gottesglauben - etwa über 50-Jährige oder ÖVP-Wähler - keine Mehrheit einen Osterkirchgang plant.
Abseits religiöser Praxis bleibt Ostern gesellschaftlich stark verankert: Rund 80 Prozent verbinden das Fest mit Ostereiern und einem Familientreffen. 61 Prozent sprechen Ostern auch eine persönliche religiöse Bedeutung zu, wenngleich nur ein Viertel an die Auferstehung Jesu glaubt. Ein Drittel plant laut Pfarrhofer einen Kirchenbesuch: "Für einige scheint Ostern also doch ein Anlass zu sein, wieder mal in die Kirche zu schauen, auch wenn sie das unter dem Jahr nicht tun würden", so der "Market"-Politikforscher.
Etwas weniger Zustimmung, aber noch immer eine deutliche Mehrheit (59 Prozent) folgt am Karfreitag, ein strenger Fasttag für Christinnen und Christen, dem christlichen Grundsatz, kein Fleisch zu essen. Bei der ÖVP-Wählerschaft liegt dieser Wert sogar bei 83 Prozent.
Ostern bleibt bedeutend
Dass Ostern persönlich aber keine religiöse Bedeutung hätte, verneinen laut Umfrage 61 Prozent der Befragten. "Ostern ist nun mal das Heiligste vom Heiligen im Christentum. Das holt vielleicht auch einige ab, die nicht unbedingt die Gläubigsten in ihrem Umfeld sind", laute dazu die Erklärung von Pfarrhofer. 49 Prozent gaben laut "Market" an, dass sie zu Ostern die Auferstehung feiern würden; jedoch würden nur ein Viertel sagen, dass sie persönlich daran glauben, dass Jesus tatsächlich wiederauferstanden ist; 50 Prozent glauben, dass Jesus Christus gekreuzigt, gestorben und begraben wurde.
Die Tageszeitung "Der Standard" ließ das Glaubensbekenntnis schon im April 2014 abfragen. Im Langzeitvergleich zeigt sich ein Rückgang zentraler Glaubensinhalte. Besonders stark gesunken ist laut Umfrage der Glaube an ein ewiges Leben und die Auferstehung der Toten.
Quelle: Kathpress
