Erste Osternacht als Papst: Leo XIV. sendet Friedensbotschaft
Papst Leo XIV. hat am Samstagabend seine erste Osternacht als Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken gefeiert. In der Zeremonie gedenkt die Kirche der Auferstehung Jesu von den Toten drei Tage nach seinem Tod am Kreuz. Die Feier wird als "Mutter aller Vigilen" bezeichnet, also der Nachtwachen vor hohen kirchlichen Festen, und ist die älteste in der christlichen Tradition.
Eingeleitet wurde die Osternacht mit einem Lichterfest, in dem die Gläubigen das Feuer der Osterkerze aneinander weitergaben und so allmählich den Petersdom erhellten. "Das ist das Zeichen des österlichen Lichts, das uns in der Kirche als Lichter für die Welt vereint", sagte Leo XIV. in seiner Predigt.
Er bat die Gläubigen, in dieser Nacht von der Basilika aus aufzubrechen, um allen die frohe Botschaft zu bringen, dass Jesus auferstanden ist. Mit seiner Kraft könnten sie eine neue Welt des Friedens und der Einheit gestalten. Damit beauftragte Leo XIV. auch die zehn Personen aus verschiedenen Teilen der Welt, die im Laufe der Feier getauft wurden.
Der Papst rief die Menschen dazu auf, sich nicht lähmen zu lassen von Misstrauen, Angst, Egoismus und Groll. Die Bande zwischen ihnen dürften nicht zerbrechen durch Krieg, Ungerechtigkeit sowie die Abschottung von Völkern und Nationen. Er appellierte, die vielen Männer und Frauen zum Vorbild zu nehmen, die im Laufe der Jahrhunderte mit Gottes Hilfe Gutes vollbracht haben - auch unter Einsatz ihres Lebens.
"Nehmen wir uns ein Beispiel an ihnen und machen wir uns in dieser heiligen Nacht ihr Engagement zu eigen, damit überall und immer auf der Welt die österlichen Gaben der Eintracht und des Friedens wachsen und gedeihen", schloss das Kirchenoberhaupt.
Auf die nächtliche Feier folgt am Sonntagmorgen die große Ostermesse auf dem mit Tausenden Blumen geschmückten Petersplatz. Anschließend wird Leo XIV. den wichtigen Papstsegen "Urbi et orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) von der Mittelloggia des Petersdoms spenden. Die dazugehörige Ansprache ist üblicherweise mit einer politischen Botschaft für Frieden und Versöhnung verbunden. Zudem erinnert sie an die vielen aktuellen Krisen und Konflikte weltweit.
Im letzten Jahr war sie Teil des letzten öffentlichen Auftritts von Papst Franziskus (2013-2025). Schwer von Krankheit gezeichnet absolvierte er anschließend noch eine Fahrt im Papamobil, um die Menschen auf dem Petersplatz zu grüßen. Am Morgen des Ostermontag (21. April) starb Franziskus im Alter von 88 Jahren in seiner Wohnung im Vatikan. Sein Nachfolger Leo XIV. wurde am 8. Mai 2025 gewählt.
Quelle: Kathpress