Österreichs Bischöfe mit Friedensappellen und Botschaft der Zuversicht
Österreichs Bischöfe haben in ihren Predigten am Ostersonntag einmal mehr zum Frieden in der Welt, zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur Zuversicht trotz aller Krisen aufgerufen. Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl bezeichnete Ostern als "Fest der Überraschungen", der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler sprach vom "österlichen Sprit", der wichtiger sei als Öl und Gas, der steirische Bischof Wilhelm Krautwaschl sprach sich für solidarische Weltoffenheit und gegen Abschottung aus. Der Linzer Bischof Manfred Scheuer warnte vor einer Welt, in der nur die Stärksten über die Runden kommen, der Feldkircher Bischof Benno Elbs sprach von einem "doppelten österlichen Weckruf" und der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics forderte die Politik auf, den Karfreitag zum Feiertag für alle in Österreich zu machen.
Im Wiener Stephansdom feierte Josef Grünwidl erstmals als Erzbischof das Hochamt am Ostersonntag. "Osterfriede und Osterhoffnung sollen einziehen in die Herzen aller Menschen, besonders bei denen, die leiden und verzweifelt sind, bei den Opfern von Gewalt, Ungerechtigkeit und Krieg", so Grünwidl in seiner Predigt. Die Kirche blende auch am Ostersonntag den Karfreitag nicht aus. "Wir tun nicht so, als ob es Leid und Ungerechtigkeit, Krieg und Gewalt nicht gäbe." Ostern sei so gesehen eine Zumutung: "Der 'gekreuzigte Gott', Gott als 'Opfer' - was für ein Gottesbild!" Aber seit der Auferstehung Jesu mute den Christen der Glaube zu, "das Kreuz nicht nur als Zeichen des Todes, sondern als Zeichen der Erlösung zu sehen", so Grünwidl.
Das Kreuz erinnere zunächst daran, dass Gott auf der Seite der Opfer steht. Zudem sei das Kreuz auch ein "entwaffnendes" Zeichen, das unmissverständlich klarmacht: "Nicht Vergeltung und Rache, sondern nur Gewaltlosigkeit, Liebe und Hingabe können die Welt zum Guten verändern." Fazit: "Darum ist und bleibt das Kreuz ein Symbol für Hoffnung und Rettung, Caritas und Solidarität." Und der Erzbischof fügte warnend hinzu: "Ja, das Kreuz ist auch eine Zumutung, aber wenn Kreuze abgehängt und entfernt werden, könnte das dazu beitragen, dass der Grundwasserspiegel der Solidarität sinkt, der gesellschaftliche Zusammenhalt schwächer und die soziale Temperatur kälter wird."
Grünwidl räumte ein, dass es nicht so einfach sei mit dem Glauben an die Auferstehung. Schon die Apostel konnten anfangs nicht glauben, dass der Gekreuzigte wirklich auferstanden ist und zweifelten. "Wir haben ein Leben lang Zeit, in den Osterglauben hineinzuwachsen, der uns verheißt: Das Gute ist stärker als das Böse, der Wille zum Frieden wird den Krieg überwinden, Täter werden nicht in alle Ewigkeit über ihre Opfer triumphieren und nicht der Tod, sondern Gott hat das letzte Wort."
Trotzdem: Der Glaube an die Auferstehung der Toten bleibe Zumutung und sei mehr als "Wohlfühlspiritualität", so der Erzbischof: "Der Osterglaube ruft uns aus der Komfortzone heraus und hinein in ein radikales Vertrauen auf Gott und seine Möglichkeiten!" Ostern sei insofern auch ein Fest der Überraschungen Gottes. Es lade dazu ein, mit Gottes Möglichkeiten zu rechnen und die Hoffnung nicht aufzugeben. Grünwidl: "Gott ist immer für Überraschungen gut und als österliche Menschen dürfen wir es auch sein: überraschend aufmerksam und zuvorkommend, überraschend hoffnungsvoll und solidarisch."
Glettler: Österlicher Sprit wichtiger als Gas und Öl
Zu einer Energiewende der anderen Art hat der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler in seiner Predigt am Ostersonntag im Innsbrucker Jakobsdom aufgerufen. Die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus bringe "österlichen Sprit" mit sich, der den inneren Sinn- und Liebestank füllt. Dazu brauche es freilich die Entscheidung von jedem Einzelnen "Ostern lässt sich nicht machen. Ostern wirkt, wenn wir uns entscheiden", so der Bischof: "Wollen wir die negativen Dynamiken unserer Zeit verstärken, die uns letztlich auslaugen und Lecks in unsere inneren Tanks schlagen oder mit dem Auferstandenen mitlieben?"
Dieser österliche Sprit sei nicht billig. Den Preis dafür habe Jesus beglichen: "Er hat nicht mit Gewalt, mit Drohnen und Raketen einen Deal erzwungen, sondern sich selbst, sein Leben gegeben. Weil er uns bis zur Vollendung geliebt hat, gab es eine Wende. Die todbringenden Mächte haben nicht mehr das letzte Wort." Eine neue Energie sei freigesetzt worden, "die wir für unsere Welt ersehnen und erbitten", besonders für alle von Krieg Betroffenen. Er denke etwa in dieser Stunde "an die mutigen Christen im Südlibanon, die unter Lebensgefahr in ihrer Heimat bleiben und Ostern feiern". Zugleich gelte es an jene zu denken, "die Flüchtenden beistehen, humanitäre Hilfe leisten und der Logik des Krieges widersprechen". Glettler: "Es ist die Friedenskraft des Auferstandenen, die Neues schaffen kann - trotz der globalen Ohnmacht."
Eine neue österliche Energie brauche es auch für die vielen Anforderungen des Alltags, "wenn eine Pflegesituation sehr vieles abverlangt, wenn eine Krankheit oder der Verlust eines Menschen allen Lebensmut absorbiert". Und österliche Energie brauche es, "um die Spannungen auszuhalten, die es im politischen und weltanschaulichen Diskurs in unserer Gesellschaft gibt - ohne, dass wir uns als Menschen verachten"; oder wenn es darum gehe, Konflikte gut auszutragen. Auch an das bedrückende Phänomen der wachsenden Einsamkeit dürfe man sich nicht gewöhnen, mahnte der Bischof.
Glettlers Appell: "Beschenkt mit dem österlichen Sprit werden wir zu Menschen, die anderen nicht Energie absaugen, sondern ganz im Gegenteil: Wir können füreinander Energietankstellen sein!" Diese göttliche Lebenskraft sei wichtiger und überlebenswichtiger als alle Gas- und Ölvorräte, die die Weltwirtschaft mit ihren verheerenden Kriegsgeschäften befeuert, so der Bischof.
Scheuer: "Vom Kosmos ist das Heil nicht zu erwarten"
Gott habe den Menschen nicht zum Frust, sondern zum Glück geschaffen, so der Linzer Bischof Manfred Scheuer. In seiner Predigt beim Ostergottesdienst im Mariendom in Linz fand Scheuer klare Worte: Viele Zeitgenossen würden Ostern nur mehr als wertneutrales Frühlingsfest verstehen. Nach dem Motto "Schön, dass die Natur blüht und es wärmer wird." Gerade in der Osterzeit mutiere der "obdachlos gewordene christliche Glaube an die Auferstehung Jesu" zur Naturreligion. Aber: "Dass da einer gestorben ist, noch dazu für uns, dass er sogar auferstanden ist, das verstehen wir nicht und hat auch nichts zu sagen."
Scheuer warnte zugleich: "Wer das Lied der Naturverehrung und des Naturvertrauens singt, wird am Ende auch das Hohelied der sozialdarwinistischen Selbstdurchsetzung der Immunstärksten und der Rücksichtslosesten mitsingen." Denn: Zur Natur gehörten "Werden und Vergehen, Wachsen und Krepieren". Das Leben gehe für den, der stirbt, nicht weiter. "Vom Kosmos ist das Heil nicht zu erwarten, und die Schönheit der Natur kann das geliebte Du nicht retten."
Der Bischof ortete mannigfaltige bedenkliche gesellschaftliche Entwicklungen: "Das Leben ist langweilig und traurig. Innerliches Schimpfen, Jammern, Selbstmitleid und Groll machen sich breit. Nullbock! Auch Neugier, Unruhe, Rücksichtslosigkeit, körperliche und geistige Unstetigkeit hängen eng damit zusammen. Es gilt als Gemeinheit, leben zu müssen. Übrig bleibt die Resignation. Man kann gar nicht mehr erkennen, was böse ist." Und es fehle an positiver Kraft und am Geschmack für das Gute. Zudem herrsche ein "Grabesschweigen über Gott" vor, zitierte der Bischof den tschechischen Theologen Tomas Halik.
Dem hielt Bischof Scheuer entgegen: "Jesu Auferstehung ist der Weg zum Leben, er ist Freund des Lebens, gekommen, damit wir Leben in Fülle haben." Und das bedeute alles andere als Verzicht auf Sinnenlust oder Verzicht auf weltliche Freuden, wie dem Christentum oft vorgeworfen werde. Scheuer: "Gott ist ein Liebhaber des Leibes und er hat ihn nicht zum Frust, sondern zur Lust geschaffen."
Bischof Scheuer: "Es gibt Sternstunden des Lebens, die wir nie vergessen, Erfahrungen des Glücks, der Lebensfreude, der intensiven Beziehung, die zu uns gehören." Solche Erinnerungen seien "Anker der Hoffnung, sie geben Zuversicht auch in dunklen Stunden und lassen nicht verzweifeln". Es seien Bilder der Lebensfreude, des Glücks, der Freundschaft, der Hochzeit, des Essens und Trinken, der Verwandlung von Trauer und Schmerz, Bilder der Leichtigkeit des Lebens, so der Bischof: "Der liebe Gott hat sich diese irdischen Freuden ausgedacht. Er hat uns nicht zum Frust geschaffen, sondern zum Glück."
Krautwaschl: "Ja" zum Leben sagen
Der steirische Bischof Wilhelm Krautwaschl stand am Ostersonntag dem Festgottesdienst im Grazer Dom vor. Er erinnerte eingangs seiner Predigt daran, dass Ostern auf der ganzen Welt gefeiert werde: "Wie schön es doch ist, darum zu wissen, dass ich nicht allein bin mit dem Glauben. Mit mir sind es viele Millionen Menschen aus allen Völkern und Nationen, die Gott folgen."
Die Christen seien dazu berufen, "Ja" zum Leben zu sagen. Weltweit würden Menschen nicht müde, dieses "Ja" zum Leben zu bekennen und in Erinnerung zu rufen. Er sei diesbezüglich auch sehr dankbar für die vielen anderssprachigen Christinnen und Christen und auch Amtsträger in der Steiermark, "die unserer geschwächten Welt und Kirche den Ruf zum Leben bewusst machen". Er wünsche sich, so der Bischof, "dass diese Rufe gehört werden und nicht untergehen in den selbstbezogenen Reden und Machenschaften, die meinen, dass das Heil der Welt nur bei uns selbst und nur durch Abschottung zu finden sei".
Der Bischof sprach in seiner Predigt auch einer neuen Dialogbereitschaft das Wort: "Wie sehr wir doch - auch angeleitet durch die Schnelllebigkeit unserer Zeit und die sogenannten 'sozialen Medien' - Gefahr laufen, uns über alles und jeden zu echauffieren, einzustimmen ins Lamentieren und Jammern auf sehr hohem Niveau." Ein gepflegtes Argumentieren werde mehr und mehr zu Wortgefechten und Bloßstellungen, zu Anklagen und Schlechtmachen. Dies sei nicht nur im öffentlichen Leben zu bemerken und wirke sich aufs geschriebene wie gesprochene Miteinander aus, so Krautwaschl. Auch unter jenen, die sich Christen nennen, würden Wut und Zorn zunehmen. Und leider folgten auf Worte fast immer Taten, so der Bischof: "Denken wir nur an die Eskalation im Nahen Osten. Medien, die das Miteinander fördern sollten, werden zu Instrumenten des Gegeneinander."
Eindringlich sprach sich Krautwaschl dafür aus, "dass uns die Ausrichtung am Leben zu einem gedeihlichen Miteinander verhilft und deutlich wird, dass wir gemeinsam unsere Gesellschaft bilden und für diese gegenseitig Verantwortung tragen."
Besorgt zeigte sich der Bischof auch über die überbordenden Nachrichten vom Krieg, die dazu führten, "dass unser Wahrnehmen abstumpft und wir uns über den Karfreitag so vieler in dieser Welt gesellschaftlich und mitunter auch in verqueren Spiritualitäten hinwegturnen wollen". Gleiches gelte für das Formulieren von Protesten, wenn man meine, dass damit Angriffe auf die Menschlichkeit verhindert werden könnten. Oder wenn man sich in apathischer Neutralität über so manches wundere und meine, sich heraushalten zu können, zugleich aber auch allen anderen Ratschläge erteilen wolle, wie sie sich zu verhalten hätten.
Krautwaschl: "Wie sehr wünschte ich doch, dass wir uns wieder zu Nächsten machen, denen das Schicksal der Menschen nicht einfach egal ist, weil wir uns als Schwestern und Brüder im gemeinsamen Haus unserer Welt verstehen. Im Wissen, dass es keinen weiteren Planeten gibt, auf den wir uns einfach wegbeamen können."
Er wünsche sich zudem eine Gesellschaft und eine Kirche, "die nicht ausgrenzt, nicht sich selbst zuerst sieht, sondern in der Sendung der Liebe sich erkennt, die eigene Identität nicht durch Abgrenzung voneinander zu erreichen sucht, sondern durch Mitgefühl und Barmherzigkeit".
Zsifkovics: "Christen sind Boten des Friedens!"
"Christen sind Boten des Friedens!" - Das hat der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics in seiner Predigt beim Ostergottesdienst am Sonntag im Eisenstädter Martinsdom betont, in der er das Franziskuskreuz von Damiano, das in einer Kopie im Martinsdom steht, in den Blick nahm. Zsifkovics: "Die Botschaft des Franziskuskreuzes ist die Botschaft von Ostern. Der Gekreuzigte und Auferstandene schaut uns mit seinen großen Augen an, das ist tröstlich und gibt Kraft. Wir sind mit Maria, Johannes, den Frauen am Grab und mit vielen anderen in der Gemeinschaft der Kirche, Zeugen der Auferstehung, von Ostern."
Ostern bedeute: "Der Tod hat nicht das letzte Wort. Das Leben, die Liebe, Hingabe Gottes, ist stärker als jedes Dunkel in unserem Leben, als Angst, Leid, Krankheit oder Trauer." - Das sei eine wichtige Botschaft für die Kirche und an die Welt, "die den gekreuzigten Herrn Jesus weithin aus dem Blick verloren hat und die anderes, scheinbar wichtigeres in den Blick nimmt". Aber dieser Blick befriedige und erfülle nicht, "er gibt keinen Halt und keinen letzten Sinn".
Auf dem Franziskuskreuz sehe man um Jesus herum Maria, Johannes, die Frauen am Grab. Sie sind laut Osterevangelium die ersten Zeugen von Ostern. Bischof Zsifkovics: "Dieses Kreuz mit seinen 33 aufgemalten Oster-Figuren ist zu einem Sinnbild geworden einer Kirche als Gemeinschaft, die sich wie in diesen Tagen um den Tod u. die Auferstehung Jesu versammelt." Ostern sei ein Gemeinschaftsfest. "Wir sind nicht allein mit unseren Wunden, Zweifeln, Ängsten. Der Auferstandene verbindet uns."
Auch das sei eine wichtige Botschaft an die Kirche und Gesellschaft, die durch Individualität, Selbstverwirklichung, Säkularisierung und Egoismus den Wert von Gemeinschaft vernachlässigt, was zur Auflösung von Gemeinschaft und zur Destabilisierung der Gesellschaft führt. Bischof Zsifkovics: "Nur in Gemeinschaft kann Zusammenleben im Kleinen und im Großen - in Familie, Kirche, Staat, unter den Völkern - gelingen."
Der christliche Glaube dränge auf die Gemeinschaft, so der Bischof: "Feiern wir die christlichen Feste nicht nur allein zu Hause, in den Wellnesszentren, sondern wieder in der Kirche, mit der Pfarrgemeinde. Unser Glaube verlangt nach dieser Gemeinschaft. Ostern ist ein Gemeinschaftsfest." Und: "Schauen wir als österliche Menschen mit dem Blick des Gekreuzigten und Auferstandenen auf unsere Mitmenschen und leben wir wie der hl. Franziskus im Alltag die 'Werke der Barmherzigkeit', damit Friede sein kann, den wir und die Welt dringend brauchen."
Das Franziskuskreuz werde von den Farben Rot u. Gold dominiert, die für Tod und Auferstehung stehen. Auch das sei eine wichtige Botschaft an die Kirche und Gesellschaft, so der Bischof weiter: "Jesus verlässt uns nicht, er lässt uns nicht allein, er will, dass wir mit seinem Geist im Herzen und mit seinem Blick auf unsere Mitmenschen schauen. Aus unserer Begegnung mit dem Auferstandenen sollen wir leben und wirken."
An die Politik in Österreich wolle er zudem appellieren, wenn sie es mit dem Christentum wirklich ernst meint, den Karfreitag für alle zum Feiertag zu erklären, "damit Unrecht an den evangelischen Christen wieder gutgemacht wird und die Menschen in unserem Land das ganze Osterfest als höchstes Fest der Christenheit frei von Arbeit feiern können".
Elbs: Zwei österliche Weckrufe
Der Feldkircher Bischof Benno Elbs hat in seiner Funktion als Administrator der Erzdiözese Vaduz am Ostersonntag mit den Gläubigen in Lichtenstein den Festgottesdienst in der Kathedrale St. Florin in Vaduz gefeiert. In seiner Predigt erinnerte er an den deutschen Philosophen Jürgen Habermas, der kürzlich verstorben ist. In einem seiner letzten Texte habe Habermas die christlichen Kirchen davor gewarnt, ihre eigene DNA aufzugeben und den Glauben auf das Innerweltliche zu verkürzen. Ein christlicher Glaube, der auf Themen wie Erlösung und Jenseitshoffnung verzichte, wäre, so Habermas, überflüssig und hätte der Welt nichts mehr zu sagen.
Er verstehe dieses Wort, so Bischof Elbs, als einen "österlichen Weckruf". Dieser Weckruf betreffe zunächst das persönliches Leben: "Die Auferstehung Jesu ist kein Ereignis der Vergangenheit, sondern will heute in uns den Glauben wecken und wachhalten, damit wir immer und in jeder Situation an Gott glauben und auf ihn vertrauen können."
Die Dynamik des Lebens bleibe nicht bei Jesus stehen; "sie greift auch auf uns über. Wir alle sind hineingenommen in diese Bewegung der Auferstehung hin zur Fülle des ewigen Lebens, das Gott schenkt." Hier berühre Ostern das Leben jedes einzelnen Menschen, denn "aus der Überzeugung, dass Jesus für mich gestorben und auferstanden ist, wächst auch die Hoffnung, dass wir auf unseren Kreuzwegen nicht alleine dastehen".
Der Stein, der vom Grab Jesu weggewälzt ist, stehe sinnbildlich für die Last, die viele Menschen in ihrem Leben tragen. Diese Last sei durch die Auferstehung nicht einfach weg, "aber sie versperrt nicht mehr den Weg, weil - das ist unsere Überzeugung - es jemanden gibt, der mitträgt und die Tür zum Leben aufstößt".
Der österliche Weckruf bleibe aber nicht auf das Persönliche beschränkt, sondern betreffe auch das Miteinander und das Zusammenleben, so der Bischof weiter: "Wer geweckt wird, muss - früher oder später - aufstehen. Auferstehung hat auch etwas mit Aufstehen, mit Aufstand zu tun. Ostern ist ein Aufstand für das Leben und zugleich ein Protest gegen Leid und Tod."
Es sei an der Zeit, so der Bischof, "auch heute aufzustehen für eine solidarische Gesellschaft; für Wahrheit und Freiheit; aufzustehen für arme, ausgegrenzte und an den Rand gedrängte Menschen. Es ist Zeit, aufzustehen für die Schöpfung und für eine Zukunft in Frieden."
Die Verheißung eines österlichen Friedens habe Papst Leo in seiner Predigt am Palmsonntag aufgegriffen und von Jesus, dem König des Friedens, gesprochen, erinnerte Elbs. Dabei habe der Papst festgehalten, "dass man mit Gott keinen Krieg rechtfertigen kann" und er habe in einem eindringlichen Bild davon gesprochen, "dass Gott die Gebete derer, die Krieg führen, nicht erhört, da an ihren Händen Blut klebt".
Dass auch in unserer Welt voll Krieg und Spaltung der Friede das letzte Wort haben möge, sei sein größter Wunsch für das heurige Osterfest, so Bischof Elbs, denn "Friede schafft ein Klima des Lebens". Nur in friedvollen Zeiten können Kinder auf eine gute Zukunft für sie bauen. Nur in friedvollen Zeiten könnten Menschen frei atmen und in Würde leben. Die Auferstehung Jesu zeige, "dass Gott einen anderen Plan mit uns Menschen hat: nicht Krieg, Tod und Vernichtung, sondern Friede, Geschwisterlichkeit und Fülle des Lebens."
Quelle: Kathpress
