
Teenagerschwangerschaft: YoungMum verzeichnet konstant hohe Zahlen
Obwohl die Zahl der Teenagerschwangerschaften in Österreich insgesamt rückläufig ist, bleibt der Bedarf an spezialisierter Begleitung für junge Mütter hoch. Darauf hat die Einrichtung "YoungMum" am Wiener St. Josef Krankenhaus aufmerksam gemacht. Seit über 20 Jahren begleitet das Team aus Hebammen, Gynäkologen, Psychologinnen und Sozialarbeiterinnen junge Frauen von der Schwangerschaft bis zum ersten Geburtstag des Kindes. Da das Angebot für die jungen Frauen unentgeltlich ist, bleibt die Einrichtung auf Spenden angewiesen. Einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung leistet die traditionelle Benefizveranstaltung "Musical Mamis & Papis". In diesem Jahr laden namhafte Künstlerinnen und Künstler, darunter Monika Ballwein und Birgit Denk, am 6. Mai ins Wiener Metropol.
Mit rund 95 Geburten im Jahr 2025 verzeichne man konstant hohe Zahlen, erklärte Leiterin Irene Richter. "Wir sind in Österreich die einzige Einrichtung, die eine so umfassende medizinische und soziale Betreuung anbietet". Diese intensive Betreuung zeige messbare medizinische Erfolge: Laut YoungMum treten Schwangerschaftskomplikationen seltener auf, auch das Risiko von Frühgeburten sinke deutlich.
Zwischen Überforderung und Verantwortung
Die Herausforderungen für die meist unter 18-jährigen Schwangeren seien vielfältig. Oft stoßen die Betroffenen in ihrem sozialen Umfeld auf Unverständnis oder befinden sich in schwierigen Übergangsphasen zwischen Schule, Ausbildung und der neuen Rolle als Mutter. "Diese Frauen haben oft keine optimale Wahrnehmung für ihren eigenen Körper", erläutert Richter. Warnzeichen würden teils ignoriert oder nicht richtig gedeutet.
Dabei lasse sich die Gruppe der jungen Mütter nicht "in eine Schublade stecken", ergänzt Hebamme Klaudia Awad-Logar. Die Bildungswege und familiären Hintergründe seien sehr divers. Umso wichtiger sei verlässliche fachliche Unterstützung in einer Welt voller widersprüchlicher Informationen. Neben der medizinischen Versorgung sehe man die Arbeit auch als "Bildungsauftrag": In Workshops für Schulen leistet das Team Aufklärungsarbeit zu Themen wie Sexualität, Zyklus und Verhütung, wobei explizit auch junge Männer angesprochen werden. "Eltern zu werden ist kein reines Frauenthema", so Awad-Logar.
Quelle: kathpress