
Caritas fordert Waffenruhe auch für den Libanon
Die Caritas Österreich hat die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe als "entscheidenden Schritt zur Deeskalation im Nahen Osten" begrüßt. Caritas-Auslandshilfe-Generalsekretär Andreas Knapp forderte am Mittwoch aber, dass die angekündigte Waffenruhe auch für den Libanon gelten müsse. Dort seien weiterhin hunderttausende Menschen von Vertreibung, Zerstörung ihrer Dörfer und Infrastruktur betroffen. "Im Libanon herrscht eine schwere humanitäre Krise, der schnellstens Einhalt geboten werden muss", so Knapp.
Politische Entscheidungsträger in Österreich und der EU sollten sich mit Nachdruck für diplomatische Lösungen einsetzen, rief der Caritas-Generalsekretär auf. "Sich zu den Grundsätzen des Völkerrechts zu bekennen und Menschenrechte in den betroffenen Gemeinschaften im Libanon und der gesamten Region zu schützen, ist unabdingbar", so Knapp weiter. "Es ist essenziell, die humanitäre Hilfe für den Libanon und den Nahen Osten unverzüglich aufzustocken, hier ist auch die internationale Gemeinschaft gefragt."
Allein im vergangenen Monat seien aufgrund der kriegerischen Handlungen im Libanon mehr als 1,2 Millionen Menschen vertrieben worden. Mehr als 1.500 Menschen wurden getötet, 4.500 verletzt. "Das muss sofort aufhören!", mahnte Knapp: "Schluss mit der Gewalt! Stopp mit dem Krieg!"
"Libanon vor weiterem Absturz bewahren"
Auch das deutsche kirchliche Hilfswerk "missio Aachen", forderte am Mittwoch ein Schweigen der Waffen im Libanon. "Wer Frieden im Nahen Osten will, darf den Südlibanon nicht ausklammern", sagte Missio-Präsident Dirk Bingener laut Nachrichtenagentur KNA. Die internationale Gemeinschaft müsse darauf hinwirken, dass aus der Waffenruhe "ein umfassender Prozess der Deeskalation" werde.
Bingener empfahl den Start diplomatischer Initiativen, um den libanesischen Staat bei der Entwaffnung der Hisbollah zu unterstützen: "Diese für die Sicherheit Israels und des Libanons notwendige Entwaffnung darf nicht in eine neue innere Zerreißprobe des Landes führen. Nötig sind Diplomatie, international abgestimmte Sicherheitsgarantien und ein klarer Wille, den Libanon vor einem weiteren Absturz zu bewahren", sagte er.
Quelle: kathpress