
Bischof Glettler feiert Geburtstag seines Vaters mit Jodler
Mit einem spontanen Jodler vor dem Wiener Stephansdom hat der Bischof von Innsbruck, Hermann Glettler, am Samstag den 85. Geburtstag seines Vaters Hermann Glettler sen. gefeiert. Ein Video-Posting auf Instagram vom Sonntag zeigt ihn gemeinsam mit dem Jubilar bei der Darbietung des "Geburtstagsjodlers". "Ich bring dir zum Geburtstag, einen Jodler als Geschenk. Der Jodler soll dir sagen, das ich immer an dich denk", singt der Bischof, ehe sein Vater in geübter Weise den Jodelpart übernimmt.
"Ich danke Gott für diesen wunderbaren Vater - für seine Lebensfreude und sein Vertrauen in Gott, für seine Großzügigkeit und Herzensweite bis ins hohe Alter", schrieb der Bischof in seinem Posting.
Glettlers Vater ist Bergbauer im steirischen Übelbachtal. Er betrieb den Hof der Familie - vulgo Gunegg - gemeinsam mit seiner Frau Maria im Nebenerwerb, zudem war er Elektriker, Lokführer und lange Zeit Bauernbundobmann. Der Betrieb wurde 1995 auf Biolandwirtschaft und Mutterkuhhaltung umgestellt. Das Ehepaar gehört wie ihr Bischofs-Sohn der Gemeinschaft Emanuel an, war im Pfarrgemeinderat tätig und hat noch zwei weitere Söhne und zwei Töchter. Glettlers Schwester Christine hat inzwischen den Hof übernommen.
Schon oft hat sich Bischof Glettler zu seiner weiter engen Verbundenheit mit den Eltern bekannt. Von seinem Vater habe er einen "geerdeten Glauben" und auch die "Orientierung mit dem Blick nach vorne" mitbekommen. "Stehenbleiben bedeutet, rückwärts zu gehen. Manchmal bin ich vielleicht zu schnell unterwegs", sagte er einmal in einem Interview. Seine Mutter habe ihm und den Geschwistern vorgelebt, "wie wichtig es ist, durchzuhalten, nicht aufzugeben. Und an Gott zu glauben."
Speziell zum Jodeln offenbarte der Bischof einmal, er sehe dies als ein "Geheimnis" der "erstaunlichen Leichtigkeit" und "Lebensbejahung" seines Vaters trotz dessen beruflichen Doppelbelastung. Am Weg in die Arbeit habe er den Hof kaum ohne ein fröhliches Lied verlassen, "manchmal war es ein alter Schlager, oftmals ein origineller Jodler". Er habe durch seinen Vater "verstanden, dass Gebet keine Pflichtübung ist, sondern eine fast logische Reaktion auf ein innerliches Ergriffen-Sein".
Quelle: kathpress