
Kamerun: Hoffnung auf Friedensdialog durch Papstreise
Nach Algerien besucht Papst Leo XIV. im Rahmen seiner Afrikareise ab Mittwoch Kamerun. Besonders in der englischsprachigen Nordwestregion, wo seit Jahren ein bewaffneter Konflikt tobt, hoffen viele Menschen auf einen durch den Papst beförderten Friedensdialog, wie Projektpartner der Päpstlichen Missionswerke (Missio) Österreich berichten. "Während wir uns darauf vorbereiten, Papst Leo XIV. in Yaounde, Douala und besonders in Bamenda zu empfangen, liegt eine tiefe Hoffnung in der Luft", sagte Hedwig Vinyo nach Angaben des Hilfswerks (Dienstag). Die Ordensfrau der Tertiarschwestern des heiligen Franziskus kümmert sich in der anglophonen Region Nordwest des Landes um Binnenvertriebene, die alles verloren haben.
Der lange schwelende Konflikt zwischen der frankophonen Zentralregierung und den kleineren anglophonen Teilen Kameruns, deren Bevölkerung sich Benachteiligung ausgesetzt sieht, eskalierte ab 2016. Befeuert von Plänen der Zentralregierung, das Schul- und Justizsystem zu frankophonisieren, entwickelte sich damals eine Unabhängigkeitsbewegung, der die staatlichen Sicherheitskräfte mit Gewalt entgegentraten.
Immer wieder kommt es zu Gewaltausbrüchen, die in den vergangenen zehn Jahren mehr als 6.000 Todesopfer forderten. Mehr als eine halbe Million Menschen sind im Land auf der Flucht, Schulen, Ausbildungsstätten und Teile der Infrastruktur sind zerstört. Von der unsicheren Lage profitieren heute kriminelle Banden.
Friedenstreffen in Kathedrale von Bamenda
Papst Leo besucht nun während seines Kamerun-Aufenthalts sehr bewusst nicht nur die Hauptstadt Yaounde und die Wirtschaftsmetropole Douala, sondern auch Bamenda, die wichtigste Stadt in der anglophonen Region. Am Donnerstag (16. April) ist in der Kathedrale von Bamenda ein Friedenstreffen mit Vertretern verschiedener Religionen geplant, das dazu beitragen soll, die Menschen in Dialog zu bringen. Die Kirche vor Ort ruft vehement zum Frieden auf.
"Meine tiefste Hoffnung ist, dass seine Botschaft der Versöhnung unsere Herzen berührt, besonders hier in der Nordwestregion", so Schwester Hedwig: "Ich bete, dass das Friedenstreffen in Bamenda ein Anstoß für echten Dialog und Gerechtigkeit wird und uns hilft, auf eine Zukunft hinzugehen, in der Frieden und Gerechtigkeit nicht nur Worte bleiben, sondern für alle Menschen gelebte Wirklichkeit werden."
Hilfe für Binnenvertriebene
Gemeinsam mit ihrer Schwesterngemeinschaft hilft die Ordensfrau Binnenvertriebenen. Durch landwirtschaftliche Förderung mit Saatgut, Werkzeug und Schulungen versucht man, die Menschen zurück in die Selbstständigkeit zu bringen. Die Arbeit kann u. a. mit einer Schutzengel-Patenschaft von "Missio" unterstützt werden. (Info: www.missio.at/schutzengel/schwester-hedwig-vinyo/)
Quelle: kathpress