
Initiative Weltethos Österreich feiert 20-jähriges Jubiläum
Die Initiative Weltethos Österreich feiert ihr 20-jähriges Jubiläum: Das Projekt versucht, sich auf der Grundlage des Dialogs der Weltreligionen für Menschenrechte, weltweite Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung einzusetzen. Am 27. April findet im Wiener Rathaus in der Volkshalle ab 18 Uhr eine Festveranstaltung statt: Am Programm stehen ein Festvortrag von Nils Goldschmidt, Direktor des Weltethos-Institutes an der Universität Tübingen sowie eine Würdigung der österreichischen Gründerin, Ehrenpräsidentin und Theologin Edith Riether, die einen Rückblick auf die vergangenen zwei Jahrzehnte werfen wird. Einen Ausblick in die Zukunft gibt Präsident Helmut Schüller.
Die Initiative, die auf das Projekt Weltethos des katholischen Theologen Hans Küng (1928-2021) zurückgeht, hat sich laut eigenen Angaben die ethische Bewusstseinsbildung sowie die Durchdringung aller Lebensbereiche mit den allen religiösen wie nicht-religiösen Traditionen gemeinsamen ethischen Prinzipien der "Erklärung zum Weltethos" zur Aufgabe gemacht. Zu diesen zählen folgende Grundsätze: Jeder Mensch soll menschlich behandelt werden. Die Goldene Regel lautet dabei u.a. "Behandle die anderen so, wie du selbst behandelt werden willst. Hab Ehrfurcht vor dem Leben. Handle gerecht und fair. Rede und handle wahrhaftig. Achtet und liebet einander. Nachhaltigkeit und Sorge um die Erde."
Dem Dialogforum Ethik gehören u. a. der Religionswissenschaftler Johann Figl und Vertreter aus Atheismus, Judentum, Islam, Politikwissenschaft, Christentum, Baha'i, Hinduismus und Buddhismus an.
Die Weltethos-Idee strebt einen Konsens in Wertefragen an. Hinter dem Projekt steht die Überzeugung, dass es keinen Frieden zwischen Staaten ohne Frieden zwischen den Religionen gibt. Küng hatte in Anlehnung an die Philosophie Immanuel Kants seine Idee von verbindenden Werten, unverrückbaren Maßstäben und persönlichen Grundhaltungen entwickelt. Außer der Stiftung Weltethos gibt es seit 2012 auch ein Weltethos-Institut an der Uni Tübingen. 1993 verabschiedete das "Parlament der Weltreligionen" in Chicago die von Küng entworfene "Erklärung zum Weltethos". Seither hat das Parlament seinen Sitz in Chicago und gilt nach eigenen Angaben als die größte interreligiöse Organisation weltweit.
(Info: https://weltethos.at/ und http://parliamentofreligions.org/)
Quelle: kathpress