
Aktion Leben drängt auf rasche Umsetzung der Unterhaltsgarantie
Die geplante Einführung eines staatlichen Unterhaltsgarantie-Fonds stößt bei der Organisation aktion leben österreich auf deutliche Zustimmung. Die Maßnahme, die im Regierungsprogramm vorgesehen ist, könne wesentlich dazu beitragen, Frauen- und Kinderarmut zu verringern, erklärte Generalsekretärin Martina Kronthaler am Donnerstag. "Die Umsetzung ist dringend notwendig, denn in unserer Beratung begleiten wir viele Frauen, die weder Unterhalt noch Unterhaltsvorschuss erhalten", so Kronthaler.
Aus der Beratungspraxis zeige sich, dass insbesondere dann finanzielle Lücken entstehen, wenn Väter nicht bekannt, nicht erreichbar oder nicht zahlungsfähig seien. Auch langwierige Verfahren bei Vaterschaftsanerkennungen oder Unterhaltsregelungen führten dazu, dass betroffene Frauen über Monate hinweg ohne Unterstützung auskommen müssten. "Gerichtliche Verzögerungen bedeuten, dass die gesamte finanzielle Last allein bei den Müttern liegt", erklärte Kronthaler.
Ausbleibende Zahlungen enorme Belastung
Nach Einschätzung der Organisation haben fehlende oder ausbleibende Unterhaltszahlungen nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale und psychische Folgen. Immer wieder würden Unterhaltsleistungen im Zuge von Trennungen als Druckmittel eingesetzt. "Konflikte werden über finanzielle Abhängigkeiten ausgetragen, was die Situation für Frauen und Kinder zusätzlich belastet", so Kronthaler. In Einzelfällen berichteten Betroffene sogar von massivem Druck durch Ex-Partner, der bis zum Verzicht auf Unterhaltsansprüche führen könne.
Besonders problematisch sei die Situation in der frühen Phase nach der Geburt eines Kindes. "Frauen stehen dann oft allein da, obwohl gerade in dieser Zeit Stabilität entscheidend ist", betonte Kronthaler. Studien zeigten, dass sich anhaltender Stress der Mutter auch auf die Entwicklung des Kindes auswirken könne.
Aktion leben appelliert daher an die Bundesregierung, die rechtlichen Grundlagen für den Unterhaltsgarantie-Fonds zügig zu klären und umzusetzen. Eine rasche Einigung sei nicht nur für die Betroffenen wichtig, sondern auch ein Signal für gesellschaftliche Verantwortung. "Es geht darum, Müttern und Kindern verlässliche Sicherheit zu geben", so Kronthaler.
Regierung will noch heuer umsetzen
Erst zu Monatsbeginn hatte Familienministerin Claudia Plakolm im Familienausschuss den Regierungsplan eines noch ab 2026 wirksamen staatlichen Unterhaltsgarantie-Fonds bekräftigt und von einer Dotierung mit vorerst 35 Millionen Euro gesprochen. Ausbleibende Unterhaltszahlungen sollten damit teilweise kompensiert werden. Ziel sei es, "eine zusätzliche Unterstützung" für betroffene Familien zu schaffen und damit Kinderarmut zu verringern. Eine rasche Umsetzung wurde auch vonseiten der Opposition gefordert, sowie teils eine umfassendere finanzielle Ausstattung.
Quelle: kathpress