
Amstetten: Förderstopp führt zu Schließung des Don-Bosco-Heims
Das Don-Bosco-Jugendheim der Salesianer in Amstetten schließt nach 60 Jahren mit Jahresende. Grund ist die Streichung der Landesförderung durch das Land Niederösterreich, wodurch der Betrieb nach Angaben des Sozialwerks Don Bosco als Trägerorganisation nicht mehr finanzierbar ist. Das offene Jugendzentrum "JA Don Bosco" galt seit Jahrzehnten als wichtige Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche und ist das älteste Jugendzentrum Niederösterreichs.
Das Heim, das vom Sozialwerk Don Bosco betrieben wird, bietet Freizeit-, Beratungs- und Bildungsangebote sowie niederschwellige Betreuung durch ein pädagogisches und sozialarbeiterisches Team. Es sei ein "nicht-kommerzielles Refugium" für Kinder und Jugendliche, hieß es. Einem "Kurier"-Bericht zufolge (Donnerstag) stammten rund 40 Prozent der Finanzierung aus Landesmitteln, die für das laufende Jahr 50.000 Euro betragen. Weitere Zuschüsse kommen von der Stadt Amstetten, der Pfarre Herz Jesu sowie dem Träger selbst. Bereits zuvor sei der Betrieb auf drei Öffnungstage pro Woche reduziert worden.
Kritik an Schließung
Als "Schuss ins eigene Knie" bezeichnete die Geschäftsführerin des Sozialwerks Don Bosco, Regina Schmid, das Aus für die davor seit Jahrzehnten gewährten Zuschüsse. Der Jugend werde die Zukunft genommen, wenn die direkte Arbeit mit Kindern dem Sparstift zum Opfer falle; Jugendlichen werde Zukunft geraubt. Die Summe, um die es gehe, sei angesichts des Bedarfs vieler Jugendlicher an Orientierung und Kommunikation über aktuelle Ängste und Zukunftsszenarien "eigentlich lächerlich".
Budgetkonsolidierung als Grund
Aus dem Büro des zuständigen Landesrats Martin Antauer (FPÖ) wurde die Streichung der Förderung mit Budgetkonsolidierung begründet. Man müsse angesichts des Spardrucks Prioritäten setzen, hieß es. Die Entscheidung habe nichts mit der inhaltlichen Bewertung der pädagogischen Arbeit zu tun, sondern sei eine finanzielle Maßnahme.
Amstettens Vizebürgermeister Gerhard Riegler (SPÖ) warnte indes von langfristigen Folgekosten. Das Don-Bosco-Heim sei über Jahrzehnte ein wichtiger Ort der Jugendarbeit und Integration gewesen. Kritik kam auch vom Grünen Landtagsabgeordneten und Amstettner Gemeinderat Dominic Hörlezeder, der in einer ersten Stellungnahme meinte: Was hier passiert, ist ein Anschlag auf die soziale Infrastruktur unserer Region. Sechs Jahrzehnte Jugendarbeit, Integration und Chancengerechtigkeit werden blindlings geopfert - das ist nicht nur kurzsichtig, sondern zutiefst unsozial."
Quelle: kathpress