
Salzburg: "Katharinafeier" nimmt Teresa von Avila in den Blick
Die Theologin, Ordenspolitikerin und Kirchenlehrerin Teresa von Ávila (1515-1582) sowie ihre kirchliche Rezeption steht im Fokus der diesjährigen "Katharinafeier". Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Salzburg lädt gemeinsam mit kirchlichen Einrichtungen am 6. Mai zur seit 1990 ausgerichteten Veranstaltung, die feministische Theologie sichtbar macht. Den Hauptvortrag (17.15 Uhr) hält die Kirchenhistorikerin Andrea Riedl von der Universität Regensburg unter dem Titel "Tradition - Macht - Geschichte" und geht dabei der Frage nach, welche kirchen- und machtpolitischen Faktoren Teresa von Ávilas Aufstieg beeinflusst haben. Am Abend ist eine Maiandacht in der Salzburger Kollegienkirche mit Predigt der Referentin vorgesehen.
Die spanische Ordensreformerin gelte als eine der Ikonen feministischer Theologie, hieß es in der Ankündigung. Sie wurde 1970 als erste Frau zur Kirchenlehrerin zur Ehre der Altäre erhoben. Aber "Zwischen dem Bild von 'Teresa als Ketzerin' und 'Teresa als Heilige' lagen nur wenige Jahrzehnte", so die Katholisch-Theologische Fakultät. Riedl, Professorin für Mittlere und Neue Kirchengeschichte an der Universität Regensburg, gehe daher den Erinnerungs- und Deutungshoheiten der Heiligen nach.
Die Mystikerin und Karmelitin Teresa von Avila wurde 1515 geboren und starb 1582 in der Nähe von Salamanca. Sie wurde 1614 zusammen mit vier Männern (u.a. Ignatius von Loyola) heiliggesprochen und von Papst Paul VI. 1970 als erste Frau zur Kirchenlehrerin ernannt. Die katholische Kirche hat heute 36 Kirchenlehrer, davon vier Frauen. Neben Teresa von Avila sind das Katharina von Siena (1347-1380), Therese von Lisieux (1873-1897) und Hildegard von Bingen (1098-1179). Letztere wurde von Papst Benedikt XVI. 2012 zur Kirchenlehrerin erhoben.
Katharinafeier und feministische Theologie
Die Theologische Fakultät der Universität Salzburg, die Katholische Hochschulgemeinde und die Katholische Frauenbewegung der Erzdiözese Salzburg laden seit 1990 zur "Katharinafeier", mit der feministische Theologie sichtbar gemacht werden soll.
Vorbereitet wird die Feier alljährlich von Studentinnen, Mitarbeitenden und Professorinnen und Professoren der Theologischen Fakultät gemeinsam mit der Katholischen Frauenbewegung der Erzdiözese Salzburg. Die Veranstaltung findet als Kooperation von Universität Salzburg und verschiedenen Frauenorganisationen in Stadt und Land Salzburg statt.
(Link: http://www.uni-salzburg.at/Katharinafeier)
Quelle: kathpress