
"Glaube im KZ": Gedenkstätte Gusen lädt zum Themen-Rundgang
Zu einem thematischen Rundgang unter dem Titel "Glaube im KZ" lädt am Samstag, 25. April, die KZ-Gedenkstätte Gusen ein. Im Mittelpunkt des um 10 Uhr beginnenden dreistündigen Themenweges steht die Frage, welche Rolle religiöser Glaube für Häftlinge in der extremen Lebensrealität des Konzentrationslagers spielte.
Der Rundgang beleuchtet anhand von Biografien und historischen Quellen, wie Glaube unter Bedingungen von Gewalt, Entmenschlichung und Vernichtung als Quelle von Hoffnung wirken konnte. Zugleich wird aufgezeigt, dass religiöse Überzeugungen nicht nur Trost spendeten, sondern auch Ausdruck von Solidarität unter den Gefangenen sowie in manchen Fällen eine Form stillen Widerstands darstellten.
Zu den Referierenden zählen Aktivistinnen und Aktivisten des Papa-Gruber-Kreises sowie der Plattform Johann Gruber, die Historikerin Heidi Gsell vom Verein Lila Winkel und Charlotte Herman, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Linz. Gemeinsam geben sie Einblicke in unterschiedliche religiöse Perspektiven und Erfahrungen im Lageralltag.
Das KZ Gusen bestand von 1940 bis 1945 und war Teil des Konzentrationslagerkomplexes Mauthausen. Es umfasste mehrere Lager (Gusen I, II und III). Insgesamt waren dort über 70.000 Häftlinge interniert; mehr als die Hälfte überlebte nicht. Die Häftlinge wurden vor allem zur Zwangsarbeit in Steinbrüchen und in der Rüstungsproduktion eingesetzt.
Zu den bekanntesten Häftlingen in Gusen zählte der katholische Priester und Pädagoge Johann Gruber, genannt "Papa Gruber" (1889-1944). Er wurde 1938 von den Nationalsozialisten verhaftet und 1940 in das KZ Gusen deportiert. Dort arbeitete er u. a. im Effektenlager ("Kanada") und nutzte diese Position, um Lebensmittel und Medikamente an Mithäftlinge weiterzugeben. Am 7. April 1944 wurde er von der SS im Lager getötet.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich. Interessierte können sich per E-Mail oder telefonisch beim Organisationsteam registrieren. (Kontakt: education@mauthausen-memorial.org, 07238/2269-10)
Quelle: Kathpress