
Papst in Diamantenstadt: Nicht von Reichtum täuschen lassen
In der angolanischen Bergbau- und Diamantenstadt Saurimo hat Papst Leo XIV. die Menschen vor den Verlockungen des Reichtums und den Folgen von sozialer Ungerechtigkeit gewarnt. Bei einem Gottesdienst unter freiem Himmel sagte er am Montag vor Zehntausenden: "Wir sehen heute, dass viele Sehnsüchte der Menschen von Gewalttätern zunichtegemacht, von Tyrannen ausgenutzt und vom Reichtum getäuscht werden. Wenn Ungerechtigkeit die Herzen verdirbt, wird das Brot aller zum Besitz einiger weniger."
Die Botschaft von der Auferstehung Jesu legte der Papst in seiner Predigt auch politisch aus. Sie bedeute: "Wir sind nicht auf die Welt gekommen, um zu sterben. Wir sind nicht geboren, um Sklaven zu werden, weder der Verderbnis des Fleisches noch der der Seele: Jede Form von Unterdrückung, Gewalt, Ausbeutung und Lüge leugnet die Auferstehung Christi, jenes höchste Geschenk unserer Freiheit. Diese Befreiung vom Bösen und vom Tod geschieht nämlich nicht erst am Ende der Tage, sondern im Alltag."
Gegen die Moden der Zeit
Die Menschen ermahnte der Papst, den Weg Jesu zu gehen, auch wenn dieser "nicht immer dem entspricht, was uns dringlich erscheint und auch nicht den Moden der Zeit". Weiter sagte er: "Der Weg, den Gott uns eröffnet hat, verliert sich nicht im Nichts. Der Herr geht immer in unserem Tempo mit, damit wir auf seinem Weg weitergehen können: Christus selbst gibt dem Weg Orientierung und Kraft".
Dossier zur Afrika-Reise von Papst Leo XIV.
Vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs in Angola (1975-2002) sagte der Papst: "Wir sind aufgerufen, unserem Volk mit einer Hingabe zu dienen, die nach jedem Hinfallen wiederaufrichtet, die wiederaufbaut, was die Gewalt zerstört, und die mit Freude brüderliche Bande knüpft." Gott sporne an "zu einem Weg der Hoffnung, der Versöhnung und des Friedens".
Angola unter wichtigsten Diamantenlieferanten Afrikas
Angola ist einer der drei größten Diamantenlieferanten unter den Ländern Afrikas. Im Bürgerkrieg von 1975 bis 2002 war der Zugang zu Diamanten und Öl entscheidend für die Finanzierung der jeweiligen Bürgerkriegsarmeen.
Auch heute ist Saurimo in der Bergbauprovinz Lunda Sul für das umstrittene Diamantengeschäft von herausragender Bedeutung. Dort entsteht ein neues Entwicklungszentrum, das unterschiedliche Bereiche der Diamantenindustrie Angolas zusammenbringen soll. Durch die industrielle Verarbeitung der Diamanten im eigenen Land will Angola größere Teile der Wertschöpfungskette an den kostbaren Edelsteinen für sich abzweigen.
Papst Leo XIV. befindet sich seit einer Woche auf einer Afrikareise durch vier Staaten. Nach Algerien und Kamerun besuchte er seit Samstag Angola. Am Dienstag geht es zum Abschluss nach Äquatorialguinea. Bei mehreren Stationen seiner Afrikareise hat das katholische Kirchenoberhaupt die Ausbeutung der Rohstoffe des afrikanischen Kontinents durch fremde Mächte und die Verwendung der Profite für Kriege scharf kritisiert.
Quelle: Kathpress