
Erzdiözese Wien würdigt ehrenamtliche "Kirchenöffner"
Die Erzdiözese Wien begeht am Dienstag den "Bruder-Konrad-Tag" als Zeichen der Wertschätzung für ehrenamtliche "Kirchenöffner". Mehr als 1.000 freiwillige Einsätze täglich an rund 1.200 Standorten in Stadt und Land ermöglichten es, Kirchen und Kapellen offen zu halten und damit Räume für Stille, Gebet und Begegnung zugänglich zu machen, so die Erzdiözese in einer Aussendung. Ziel des Aktionstags ist es, dieses oft im Hintergrund geleistete Engagement sichtbar zu machen.
Der Gedenktag ist nach dem heiligen Konrad von Parzham (1818-1894) benannt, der über Jahrzehnte als Pförtner im Kapuzinerkloster Altötting tätig war. Er gilt in der Erzdiözese Wien als Patron der "Kirchenöffner" und steht für ein Leben im Dienst an den Menschen. "Ohne die Bereitschaft dieser Menschen, willkommen zu heißen und Sorge zu tragen, dass der Kirchenraum einladend, offen und freundlich gestaltet ist, könnten viele diese wertvollen Momente der Stille nicht erleben", so Niki Haselsteiner vom Projektbüro Offene Kirche der Erzdiözese Wien.
In vielen Pfarren wird der Bruder-Konrad-Tag mit Eucharistiefeiern begangen, bei denen die Ehrenamtlichen einen persönlichen Segen erhalten. "Es ist ein Tag, um in Dankbarkeit zu feiern", erklärte Haselsteiner. Passend dazu verweise bereits der aus dem Griechischen stammende Begriff Eucharistie auf "Dankbarkeit" und "Danksagung". Neben Segensfeiern sind auch Begegnungsformate wie Agapen vorgesehen. Im Rahmen der Feier erhalten alle Freiwilligen neben dem persönlichen Einzelsegen auch eine Dankes-Karte oder eine Urkunde zur Erinnerung. Weiters informiert eine eigene Website www.erzdioezese-wien.at/bruderkonradtag über Hintergründe und Möglichkeiten rund um den Bruder-Konrad-Tag.
Die Initiative "Offene Kirche" lädt Pfarren zudem ein, ihre Gotteshäuser am 21. April besonders weit zu öffnen. Angeboten werden je nach Möglichkeit einfache offene Kirchen, Willkommensdienste oder Programme mit Musik, Gesprächen und Aktivitäten. Laut Erzdiözese sind bereits mehr als 800 Kirchen auf ihrem Gebiet in Wien und dem östlichen Niederösterreich regelmäßig tagsüber geöffnet. Mehr als 20 weitere Projekte werden neben dem Bruder-Konrad-Tag im Rahmen der diözesanen Initiative durchgeführt.
Heiliger Klosterpförtner
Johannes Birndorfer wurde 1818 im Rottaler Weiler Parzham geboren. Er war das elfte von zwölf Geschwistern. Mit 31 Jahren ging der Bauernsohn ins Kloster und nahm den Ordensnamen Konrad an. 41 Jahre lang verrichtete er seinen Dienst an der Pforte des Altöttinger Sankt-Anna-Klosters, meist 18 Stunden am Tag. Dabei wandte er sich mit enormer Güte, Geduld, Respekt und Freundlichkeit den Pilgern zugewandt, vor allem den Armen, Kindern und Handwerksburschen. Hunderttausende hätten, heißt es in seiner Biografie, bei ihm mit allen denkbaren Anliegen angeläutet.
Der Ordensmann wurde 75 Jahre alt. Konrads Heiligsprechung erfolgte 1934 im Widerspruch zum Nationalsozialismus. An der Feier in Altötting nahm damals auch der siebenjährige Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., teil. (Link: www.erzdioezese-wien.at/bruderkonradtag)
Quelle: kathpress