
100 Jahre Weltmissions-Sonntag: Missio sammelt für Äthiopien
Die weltweit größte Solidaritätsaktion begeht am 18. Oktober, dem Weltmissions-Sonntag, ihr 100-jähriges Jubiläum: Im Auftrag des Papstes ruft die katholische Kirche im Monat der Weltmission dazu auf, für die ärmsten Menschen in den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas zu beten und zu spenden. Das heurige Missio-Schwerpunktland zum Weltmissions-Sonntag ist Äthiopien. Besonders die Kriegs- und Krisenregion Tigray steht in diesem Jahr im Zentrum der Weltmissions-Sammlung, wie die Päpstlichen Missionswerke ankündigten. Missio Österreich stellt heuer insbesondere die Notversorgung für traumatisierte Frauen in Tigray und Bildungsprojekte für Jugendliche in den Fokus, hieß es in einer Aussendung am Mittwoch.
Seit 2020 dauert der verheerende Konflikt in der nordäthiopischen Region Tigray an, der als eine der schwersten humanitären Krisen weltweit gilt. Schätzungen gehen von bis zu 600.000 Toten aus, verursacht durch Kämpfe zwischen der äthiopischen Bundesregierung und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF). Hinzu kam eine weitreichende Blockade humanitärer Hilfe, die Hunger und Krankheiten massiv verschärfte. Massaker, Flucht, systematische sexuelle Gewalt und die Zerstörung der Infrastruktur prägen seither das Leben der Zivilbevölkerung.
Missio unterstützt Frauen etwa durch Ausbildungsprogramme, die sie nach den Schrecken des Krieges schrittweise in ein selbstständiges Leben begleiten sollen. Ebenso im Fokus der Hilfe stehen Lehrausbildungen für Jugendliche. Die kirchlichen Hilfsprojektpartner bieten den jungen Menschen Ausbildungsplätze in Schneidereien, Elektrik- und Schweißerei-Betrieben an. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen so die Möglichkeit erhalten, eigenes Geld zu verdienen.
Päpstliche Missionswerke in 150 Ländern weltweit aktiv
Nach den Schrecken des Ersten Weltkrieges reagierte die Kirche vor über 100 Jahren auf den massiven Glaubwürdigkeitsverlust christlich geprägter Nationen und die Instrumentalisierung des Missionsbegriffs durch nationale Interessen. In dieser Zeit entstanden mehrere päpstliche Schreiben, die die Mission von den nationalen, kolonialistischen Interessen abkoppeln. Im Jahr 1926 rief Papst Pius XI. zum ersten Mal die Gläubigen weltweit auf, für die Mission zu beten und zu spenden. Über die Jahre entwickelte sich der Weltmissions-Sonntag zur größten Solidaritätsaktion der Welt. Die Päpstlichen Missionswerke (Missio) wirken seit 1922 in 150 Ländern der Welt.
(Info: https://www.missio.at/?srsltid=AfmBOooPJRFx2WusAQDOoanycHlEs81RVz5Sb1hmOxlEWWmDyYuo5o_g)
Quelle: kathpress