
Neue Religionslehrer-Curricula mit Chancen und Herausforderungen
Neue Lehr- und Studienpläne für den katholischen Religionsunterricht sind im Mittelpunkt eines Studientags des Linzer Forums Religionspädagogik an der Katholischen Privat-Universität Linz gestanden. Rund 30 Teilnehmende aus Schule, Hochschulen und kirchlichen Einrichtungen berieten am Montag über die anstehenden Reformen und deren Auswirkungen auf Praxis und Ausbildung.
Hintergrund sind umfassende Änderungen: Ab dem Wintersemester 2026/27 wird die Ausbildung von Religionslehrpersonen für die Sekundarstufe nach einem neuen Curriculum organisiert. Zudem soll ein überarbeiteter Lehrplan für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe II mit dem Schuljahr 2027/28 in Kraft treten. Diskutiert wurden dabei sowohl inhaltliche Neuerungen als auch strukturelle Fragen und die Rolle verschiedener Akteure im Bildungsprozess.
Die Bildungswissenschaftlerin Bernadette Hörmann betonte in ihrem Vortrag, dass Curricula stets zwischen tradierten Bildungsinhalten und zukünftigen Anforderungen vermitteln müssten. Aufgrund unterschiedlicher Rahmenbedingungen blieben Lehrpläne auf praktischer Ebene zwangsläufig unkonkret, könnten jedoch Möglichkeiten für eine "sinnvolle standortbezogene Unterrichtsgestaltung" bieten, hieß es.
Anton Birngruber, Leiter des Bischöflichen Schulamts Linz, verwies auf die stärkere Kompetenzorientierung des neuen Lehrplans für die Sekundarstufe II. Dieser eröffne Lehrpersonen größere Gestaltungsspielräume, erfordere zugleich aber eine intensivere inhaltliche Auseinandersetzung mit den Themen des Religionsunterrichts.
Werner Urbanz vom Institut für Religionspädagogik skizzierte die Anpassungen im Lehramtsstudium in Linz und Salzburg. Der unter erheblichem Zeitdruck entwickelte Studienplan berücksichtige staatliche wie kirchliche Vorgaben und gehe mit strukturellen Veränderungen sowie Kürzungen einzelner Lehrveranstaltungen einher. Die laufende Umsetzung an den verschiedenen Standorten bleibe eine Herausforderung.
Von Anna Bachofner-Mayr (KU Linz) moderiert, diskutierten die Forumsteilnehmenden insbesondere über die Kompetenzorientierung der neuen Lehrpläne sowie das Zusammenspiel gesellschaftlicher und kirchlicher Akteure bei deren Entwicklung.
Quelle: kathpress