
Familienverband "vorsichtig positiv" bei Bildungsplan "Z(ukunft)"
Vorsichtig positiv hat der Katholische Familienverband den von Bildungsminister Christoph Wiederkehr vorgestellten "Plan Z(ukunft)" bewertet: "Es finden sich darin zahlreiche gute Vorschläge wie etwa die sechsjährige Volksschule. Entwicklungspsychologisch kann das durchaus sinnvoll sein - das hängt jedoch an der konkreten Ausgestaltung ab", so Andrea Kahl, Leiterin des Arbeitskreises für Schule und Bildung des Katholischen Familienverbandes, in einer Aussendung am Freitag. Der am Dienstag präsentierte "Plan Zukunft" für das Bildungssystem sieht u. a. einen Fokus auf Kindergärten, sechs Jahre Volksschule, neue Fächer und eine Mittlere Reife vor.
Eine solche Schulentwicklung dürfe nicht als Schnellschuss durchgepeitscht werden, betonte Kahl. Nötig sei "überlegte Konzepte mit Expert/innen zu erarbeiten und diesen auch Raum und Zeit zur Umsetzung, Evaluierung und Verbesserung zu geben". Es dürfe auch nicht nur "in Legislaturperioden gedacht werden, sondern in Schülergenerationen", so die Bildungsexpertin, die einen klaren Schulterschluss aller am Schulgeschehen eingebunden Akteure einforderte: "Es darf nicht in einzelnen Interessengruppen wie Eltern, Lehrende, Wähler/innen und Politik gedacht werden, sondern das Kind und seine Entwicklung müssen im Zentrum stehen."
"Klare Standards" werden begrüßt
Positiv bewertete Kahl das klare Bekenntnis des Bildungsministers zur Schulpartnerschaft und zur Wahlfreiheit: "Hier soll es ganz klar um die Entwicklung von Bildung und Schule und nicht um Vereinbarkeit oder wirtschaftliche Interessen gehen" ist sie positiv gestimmt. Die Familienorganisation wünschte sich zudem Fokus auf Elementarbildung, etwa beim Thema Sprachstandfeststellungen.
Auch die angedachte Mittlere Reife bewertete der Familienverband positiv. "Klare Standards, was Jugendliche am Ende ihrer Pflichtschullaufbahn können sollen, ist auf jeden Fall eine gute Idee", so Kahl, die auch eine Übergangsdiagnostik empfiehlt. Am wichtigsten sei jedoch, den Druck zwischen dem Übergang von Volksschule auf AHS oder Mittelschule zu entschärfen. Denn: "Das tut weder Kinder noch Lehrer/innen, noch den Eltern gut."
Reformvorschläge "nicht reflexhaft ablehnen"
Auch eine sechsjährige Volksschule könne nur dann sinnvoll sein, wenn sie echte Reformen bringe und spätere Bildungsentscheidungen entlaste. "Keinesfalls darf einfach nur der Zeitpunkt der Entscheidung verschoben werden", betonte Kahl.
Kritisch verwies Kahl aber auf einen strukturellen Widerspruch: "Im Zuge einer solchen Reform könnte auch ein wesentlicher Widerspruch im Bildungswesen aufgelöst werden, nämlich dass wir neun Jahre Schulpflicht haben, aber nur acht Jahre Pflichtschule." Insgesamt plädierte die Expertin dafür, die weiteren Reformvorschläge "nicht reflexhaft abzulehnen". Der Ansatz, Talente in jedem Kind zu fördern, müsse durch ein Bildungssystem gestärkt werden, das auf Lernen, Miteinander und Freude setze.
Quelle: kathpress