
Wien: Menschenwürde im Fokus des Romaria-Solidaritätsweges
Ganz im Zeichen der Unantastbarkeit der Menschenwürde stand der diesjährige Romaria-Solidaritätsweg für Geflüchtete. Die Veranstaltung fand am Freitag, 24. April, in Wien bereits zum 16. Mal statt und führte vom Helga-Pollak-Kinsky-Park im 15. Bezirk über das Haus Espera der Caritas bis zur Pfarre Wien-Rudolfsheim. Organisiert wurde die Romaria vom Pfarrnetzwerk Asyl, der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien, der Caritas sowie dem Institut für Theologie und Politik.
Im Anschluss zeigten sich die Organisatoren zufrieden: Die Romaria sei ein "klares Statement gegen Gleichgültigkeit, Entmenschlichung und für eine Kirche, die sich einmischt", hieß es in einer Aussendung am Samstag. "Wenn wir von unantastbarer Würde sprechen, müssen wir auch bereit sein, sie zu verteidigen - politisch, gesellschaftlich und ganz konkret im Alltag". Neutralität sei daher "keine Option, wenn es um Menschenrechte geht."
"Würde des Menschen ist nicht verhandelbar"
Im Zentrum der an den verschiedenen Stationen vorgetragenen Reflexionen stand demnach die "klare Botschaft: Die Würde des Menschen ist nicht verhandelbar - auch und gerade nicht im Kontext von Flucht und Migration". Geflüchtete seien schließlich "keine Zahlen, sondern Menschen mit Gesichtern, Namen und Geschichten", erinnerten die Teilnehmenden an einen Gedanken von Papst Franziskus.
An mehreren Stationen berichteten Expertinnen und Experten aus der Praxis über ihre Erfahrungen. Bei der ersten Station berichtete Herbert Langthaler von der Asylkoordination über Erfahrungen des Ankommens in einer neuen Gesellschaft, über strukturelle Hürden, aber auch über Hoffnung und konkrete Unterstützung. Von Hoffnung zeugte auch ein bei der Station Haus Espera der Caritas vorgetragener Brief eines jungen iranischen Flüchtlings, der sich Dank der Caritas und der Hilfe in Österreich eine Zukunft aufbauen konnte. Die Romaria endete anschließend mit einer Agape im Pfarrsaal Rudolfsheim.
Das Pfarrnetzwerk Asyl als Hauptveranstalter der Romaria setzt sich aus Pfarren in Wien und Umgebung zusammen, die regelmäßig gemeinsame Aktionen planen und durchführen. Das Netzwerk ist mit Bewusstseinsbildung, Vorträgen, einem interreligiösen Adventkalender oder Bildungsreisen aktiv. (Infos: www.pfarrnetzwerkasyl.at)
Quelle: kathpress