
KA-Präsident Kaineder: Pilgern als Schule der Offenheit
Das Pilgern als geistliche und gesellschaftliche Lernform hat der Präsident der Katholischen Aktion Österreich (KA), Ferdinand Kaineder, hervorgehoben. Im Rahmen eines Pilgergottesdienstes am Sonntag in der Basilika am Weizberg in der Steiermark bezeichnete er das "Pilgern im Jetzt" als Haltung, die Offenheit, Verantwortungsbewusstsein sowie das Engagement für eine "friedliche, gerechte, barmherzige und zärtliche Welt" fördert.
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"Gerade das pilgernde Gehen macht uns fähig, in eine neue Balance zu kommen, für Innovationen offen zu sein und mit offenem Herzen dem Fremden zu begegnen", sagte Kaineder, der selbst leidenschaftlicher Pilger ist. Das Fremde sei dabei nicht als Bedrohung zu verstehen, sondern als "wertvolle Inspiration". Auch aus biblischer Perspektive komme Gott "fast immer aus der Fremde" dem Menschen entgegen.
Diese Offenheit sei eng mit einem gesellschaftlichen Auftrag verbunden - Kaineder sprach von einem "Weltgestaltungsauftrag". Christinnen und Christen seien aufgerufen, "im Hier und Jetzt verantwortungsvoll" zu leben und sich für "eine friedliche, gerechte, barmherzige und zärtliche Welt" einzusetzen. Dazu gehöre auch, "die Stimme zu erheben", wenn sich ungerechte Entwicklungen abzeichnen.
Kaineder unterstrich zudem die Bedeutung einer aktiven Zivilgesellschaft. Die Katholische Aktion wolle zur Stärkung einer "menschenrechtsbasierten liberalen Demokratie" beitragen und Räume schaffen, in denen sich Menschen gemeinsam engagieren können.
Das Packen des Pilgerrucksacks erkannte Kaineder schließlich auch als Bild für eine geistliche Konzentration: "Was ist wichtig, was ist wesentlich und wann ist es genug?" Diese Frage helfe, sich am Wesentlichen auszurichten und Ballast abzulegen, so der KA-Präsident.
In der Basilika am Weizberg findet jeden Monat ein Pilgergottesdienst statt, mit besonderer Musikgestaltung und Impulsen bekannter Persönlichkeiten, demnächst etwa mit der Journalistin Renata Schmidtkunz, Otto Neubauer von der Akademie für Dialog und Evangelisation sowie der Leiterin der ORF-Hauptabteilung "Religion und Ethik", Barbara Krenn.
Quelle: kathpress