
Wien verbietet Altkleidercontainer: Caritas kaum betroffen
Das von der Stadt Wien angekündigte Verbot von Altkleidercontainern auf öffentlichem Grund trifft die Caritas nur am Rande. "Wir haben rund 100 Container in Wien, die fast ausschließlich auf Privatgrund stehen, etwa bei Pfarren oder Einrichtungen", so der Caritas-Fachbereichsleiter für Sachspenden und Logistik Oliver Türkoglu auf Nachfrage von Kathpress. Für die Organisation werde sich daher "nicht so viel ändern". Insgesamt sammelt die Caritas Wien jährlich zwischen 1.600 und 2.000 Tonnen Altkleider. Ein Teil davon wird direkt in sozialen Einrichtungen verwendet, der Rest weiterverarbeitet.
Die Stadt Wien hatte die Maßnahme am Mittwoch mit zunehmender Vermüllung rund um die Sammelstellen begründet. Immer wieder würden Container überfüllt, Kleidung liege verstreut am Boden, hieß es dazu. Diese Probleme kennt man auch bei der Caritas. "Es kommt vor, dass Container zu voll sind und Dinge daneben landen", so Türkoglu. Als Reaktion setzt die Hilfsorganisation auf engmaschigere Betreuung; Problemstandorte würden häufiger angefahren und entleert. "Statt einmal pro Woche fahren wir teilweise zweimal, sodass wir alle drei Tage vor Ort sind und nach dem Rechten schauen." Zudem reagiere man auf Hinweise aus der Bevölkerung.
Neben den Altkleidercontainern weist Türkoglu auf alternative Abgabemöglichkeiten der Caritas hin, wie Caritas-Einrichtungen oder "carla"-Standorte.
Problem mit Fast-Fashion
Ein Problem bleibt jedoch die Qualität der Spenden. Nur rund die Hälfte der abgegebenen Kleidung könne tatsächlich weiterverwertet werden. "Wir können circa 50 Prozent nutzen, der Rest ist oft nicht mehr brauchbar", erklärte Türkoglu mit Verweis auf die schlechte Fast-Fashion-Qualität. Die Caritas appelliert daher, nur saubere und intakte Kleidung zu spenden: "Wir wollen den betroffenen Klientinnen und Klienten wirklich gescheite, saubere Bekleidung geben."
Die Altkleidersammlung bzw. -verwertung hat neben einem ökologischen Nutzen auch einen sozialen sowie arbeitsmarktpolitischen Aspekt. In Kooperation mit dem AMS und im Rahmen von Resozialisierungsmaßnahmen werden jährlich rund 250 Personen - besonders langzeitarbeitslose und benachteiligte Menschen sowie Freigängerinnen und Freigänger aus dem Strafvollzug - beschäftigt.
Quelle: kathpress