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Kardinal Christoph Schönborn
Kathpress/Paul Wuthe

Schönborn: Habe viel aus theologischen Konflikten gelernt

Kardinal blickt in Interview mit Schweizer "Forum-Magazin" auf seine Zeit als Theologieprofessor in Freiburg zurück, bei der er wegen seiner Ansichten mitunter schwer unter Beschuss stand

04.05.2026

Mit 30 Jahren kam Christoph Schönborn 1975 als Professor für Dogmatik an die Universität Fribourg in der Schweiz. In einem ausführlichen Interview mit dem Schweizer "Forum-Magazin" (Mai-Ausgabe) hat der 81-jährige Wiener Kardinal nun seine Zeit als Theologieprofessor inklusive der damaligen Konflikte mit Studierenden und Lehrenden nochmals Revue passieren lassen. Die Konflikte hätten ihn an die Grenzen seiner Belastbarkeit gebracht, letztlich habe er daraus aber viel gelernt, bekannte Schönborn. Im Gespräch mit dem "Forum-Magazin" nahm der Kardinal auch zu seiner Ernennung als Weihbischof von Wien im Jahr 1991 sowie zum Umgang der Kirche in Österreich mit Missbrauch Stellung und sparte nicht mit Lob für seinen früheren Generalvikar Helmut Schüller.

 

Mit sehr offenen Worten beschrieb Schönborn im Interview eingangs die Glaubenskrise, die einige Rezeptionen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) bei ihm als jungem Theologiestudierenden ab 1967 an der Uni in Köln ausgelöst hatten: "Ich habe fassungslos erlebt, was da vertreten wurde - zum Teil fasziniert, und zum Teil auch den Boden unter den Füßen verlierend." Als Beispiele nannte Schönborn: "Die Rede von Jesus als Sohn Gottes: Man müsse das in den mythologischen Kontext der damaligen Zeit stellen, hieß es da. Oder die Auferstehung, also das mit dem leeren Grab: Das sei ja nicht entscheidend, vielmehr nur, dass die Sache Jesu weitergegangen sei. (...) Für mich war das eine radikale Infragestellung dessen, was ich als junger Christ, als begeisterter Ministrant in meiner Pfarrei und von meinem persönlichen Glaubensweg her mitgebracht hatte."

 

Er habe zu seinem Ordensoberen gesagt, er könne mit dieser Situation in Deutschland nicht leben, er verliere seinen Glauben. Schließlich durfte er nach Frankreich zum Weiterstudium, habe dort aber ab 1968 den großen kirchlichen Umbruch erlebt, "wie innerhalb von zwei oder drei Jahren praktisch alle Priesterseminare im Land geschlossen wurden. Es war radikal das, was ich in Deutschland bereits intellektuell mitbekommen hatte. In Frankreich habe ich es existenziell erlebt."

 

Die Begegnung mit dem rumänisch-orthodoxen Mönch und Theologen Andrei Scrima habe ihm aus dieser Krise geholfen: "Als kleiner Freundeskreis haben wir begonnen, uns intensiv in die Kirchenväter zu stürzen, da hat sich eine Welt aufgetan. Wir fanden zu den großen theologischen Meistern: zu Henri de Lubac, zu Yves Congar, bei dem ich studiert habe und dessen persönlicher Krankenpfleger ich sogar eine Zeit lang war. Etwas später entdeckten wir Joseph Ratzinger, die Lektüre von Hans Urs von Balthasar und viele andere - aber vor allem natürlich die Kirchenväter selbst." Es sei die Entdeckung einer "durchaus nicht traditionalistischen, sondern sehr vitalen, sehr lebendigen theologischen Welt, in der wir aufgeatmet haben".

 

Für manche der "Schreckensmann"

 

Schließlich ging es mit den theologischen Kontorversen für ihn als junger Theologieprofessor in der Schweiz ab 1975 wieder los. Schönborn war an der Uni Fribourg (Freiburg) zuerst Gastprofessor und dann Professor für Dogmatik. Für einige der bestimmenden Köpfe in der Schweiz sei er der "Schreckensmann" gewesen. Er habe sich etwa ganz bewusst in die Schülerschaft Joseph Ratzingers eingereiht, bereits in einer Zeit, als der mit seinen Positionen noch ein Außenseiter war, "und es hat mich nicht gestört, dass er in einer Außenseiterposition war - obwohl man mich das als Professor spüren hat lassen". Er habe nur gesehen, "dass Ratzinger ein unglaublich lebendiges Denken und eine intellektuelle Weite hatte".

 

Er müsse aber gleichzeitig sagen, so Schönborn, "dass ich parallel dazu auch das Aufkommen der Lefebvre-Bewegung erlebt habe. Da habe ich sehr deutlich gemerkt - das kann es auch nicht sein, weil das wiederum eine museale Betrachtung der Tradition war." Die angebliche Rückkehr zu den wahren Quellen und zum wahren katholischen Glauben bei einer tiefen Ablehnung des Konzils sei eine Engführung. Er habe sich damit nicht anfreunden können, so der Kardinal: "Ich glaube, ich habe keine Wende zum Traditionalismus gemacht, sondern ich habe eine Wende hin zur großen katholischen Tradition gemacht, die von den Kirchenvätern bis zu John Henry Newman und bis zu einem Henri de Lubac geht."

 

Im Blick auf die zwei verschiedenen Weisen der Interpretation des Konzils erinnerte Schönborn an Papst Benedikt XVI., der diesen Streit später benannte als Frage nach einer Hermeneutik des Bruches oder einer Hermeneutik der Kontinuität. "Ich habe mich klar positioniert: für die Hermeneutik der Kontinuität. Damit hatte ich einen schweren Stand in Freiburg an der deutschsprachigen theologischen Fakultät."

 

Lautstarke Opposition

 

Wie Schönborn weiter erzählte, sei die Faszination der Gestalt Jesu stets das Herzstück seiner theologischen Tätigkeit gewesen: "Ich habe ja vor allem Christologie doziert, eine Christologie veröffentlicht, meine beiden Dissertationen waren über christologische Themen." Mit all dem habe er Riesen-Kontroversen ausgelöst: "Weil ich die leibliche Auferstehung Jesu vertreten habe in einer Christologie-Vorlesung, weil ich die übernatürliche Empfängnis Jesu durch Maria vertreten habe. Weil ich das nicht rational auflösen konnte und auch nicht wollte - weil ich immer mehr staunend vor der Uneinholbarkeit der Gestalt Jesu gestanden bin." Nachsatz: "Es ging um die Gestalt Jesu. Und von daher kommend um ein entsprechendes Konzept der Kirche."

 

Die Konflikte in Fribourg seien damals für ihn "sehr dramatisch" gewesen: "Es hat mich an die Grenzen meiner Belastbarkeit gebracht. Heute würde man sagen: an die Grenzen eines Burnouts. Ich habe physische und psychische Probleme bekommen." Dann aber habe er gemerkt: "Moment, mein Hörsaal ist ja immer voll. Der hat sich nicht geleert. Auch wenn die Opposition sehr lautstark, zum Teil sehr emotional war - ich habe ja auch die Diskussion mit ihnen überhaupt nicht gescheut - sah ich auch, dass mein bedächtiges und doch reflektiertes Vortragen im Großen und Ganzen ein positives Echo hatte." Bei der Evaluierung der pädagogischen Qualitäten seien seine Vorlesungen immer unter den besten gewesen, trotz aller inhaltlichen Kontroversen. Fazit: "Ich behalte meinen damaligen Gegnern ein großes Wohlwollen. Letztlich hat es auch mir sehr viel gebracht. Ich habe viel gelernt."

 

Zur Frage, weshalb er 1991 ausgerechnet zum Weihbischof für die Erzdiözese Wien ernannt wurde, meinte der Kardinal: "Kardinal Hans Hermann Groer wollte mich als Weihbischof haben - obwohl ich ihn nicht persönlich kannte." Rom haben Groer dann aber Kurt Krenn "untergeschoben", den der damalige Erzbischof überhaupt nicht kannte. "Das war dann das ganze Drama mit Bischof Krenn. Ich hatte zwischenzeitlich die Hoffnung, dass das mit dem Bischofsamt an mir vorbei geht", so Schönborn: "Aber dann hat mich Johannes Paul II., den ich natürlich gut kennengelernt hatte durch die Arbeit am Katechismus und in der Internationalen Theologenkommission, ganz bewusst als Weihbischof nach Wien geschickt."

 

Lob für Helmut Schüller

 

Ausführlich beleuchtete Schönborn in dem Interview auch den Umgang mit Missbrauch in der Kirche. Die Auseinandersetzung damit habe bereits 1995 begonnen, mit den Vorwürfen gegen Groer. Schönborn: "Es war mein damaliger Generalvikar Helmut Schüller, der zunächst einmal - und zwar europaweit als Erster - eine unabhängige Ombudsstelle eingerichtet hat." Bei dieser konnten sich Menschen melden, die durch kirchliche Vertreter traumatisiert wurden und Missbrauch erlebt hatten.

 

Diese Idee und Initiative von Schüller habe den Boden dafür bereitet, "dass wir 1998 bei der zweiten großen Welle der Vorwürfe gegen Kardinal Groer vorbereitet waren, sodass wir eine Erklärung abgeben konnten. Sie war damals wie ein Durchbruch und besagte im Kern: Das Wohl konkreter Menschen hat Vorrang vor der Würde eines Kardinals."

 

Schönborn kam auf Nachfrage auch auf die Abberufung Schüllers als Generalvikar im Jahr 1999 zu sprechen: "Wir hatten seit geraumer Zeit eine Auseinandersetzung um eine entscheidende Personalie und hatten uns von daher - beidseitig - überlegt, die Zusammenarbeit zu beenden. Wir waren seit einigen Monaten darüber im Gespräch gewesen. Ich legte ihm den Brief auf die Türmatte, weil es bereits Abend war. Darin stand natürlich auch, dass wir am nächsten Tag das Gespräch suchen würden." Daraus sei dann eine "große Geschichte" geworden. Nachsatz: "Im Rückblick ist man gescheiter." Und: "Ich glaube, wir haben beide daraus gelernt. Und wir haben einen schönen, tiefen Weg der Versöhnung gefunden."

 

Gott und die Menschen mögen

 

Zur Frage nach dem großen roten Faden in seinem Leben als Ordensmann, Professor und Bischof sagte Schönborn: "Meine Gegner in Freiburg haben immer gefragt: Ja, was haben Sie denn für einen Ansatz? Dann habe ich immer etwas verlegen und auch ein bisschen ironisch gesagt: Ich habe keinen Ansatz - ich versuche Theologie zu treiben. Was hatte ich für einen Ansatz als Bischof? Zu den Seminaristen sage ich immer: Was erwarte ich von euch? Im Grunde ist es sehr einfach. Ihr müsst Gott mögen und ihr müsst die Menschen mögen." - Das sei sein roter Faden: "Wenn ich nicht wirklich an Gott interessiert bin, ganz konkret an der Gestalt Jesu - was mache ich dann da? Wenn mir Menschen eigentlich nur lästig sind - was mache ich da? Das ist alles relativ einfach. Und für die Theologie, da ist die Vorgabe das Credo."

 

Er habe eine positive Lebenseinstellung, "die hat mich auch in Konflikten nicht verlassen, weder in Freiburg, noch im Bischofsamt", sagte Schönborn. Außerdem habe er eine große Liebe zum Beobachten des Alltags: "Das konnte ich in Freiburg machen - ich habe so ziemlich alle Obdachlosen persönlich gekannt. Und so habe ich es auch immer in Wien erlebt, man begegnet sich und redet miteinander. Das hat mit Respekt zu tun, mit Ehrfurcht vor der Realität, vor den Mühen der Menschen." Das habe er auch bei Jesus gelernt: "Die Aufmerksamkeit und Liebe zu den Menschen, so konkret, wie ihr Leben ist."

 

(Interview im Wortlaut: www.forum-magazin.ch/magazin/20260503-christoph-schonborn/)

 

 

Quelle: kathpress

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