
Pinz: Katholische Privatschulen zeichnen sich auch durch Vielfalt aus
Die katholischen Privatschulen zeichnen sich unter anderem durch eine religiöse wie auch soziale Vielfalt bzw. Durchmischung aus. Das hat Andrea Pinz, Leiterin des Wiener Diözesanen Schulamts, am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Kathpress betont. Bei weitem nicht nur katholische Schülerinnen und Schüler würden diese konfessionellen Privatschulen besuchen, sagte Pinz. So würden etwa auch viele muslimische Eltern solche Schulen für ihre Kinder wählen, "weil sie sehen, dass Religion bei uns Thema ist. Weil wir überzeugt sind, dass Religion zum Menschen gehört und weil wir uns auf Basis unseres christlichen Menschen- und Gesellschaftsbildes für ein gutes Zusammenleben einsetzen".
Die katholischen Privatschulen seien deshalb auch Modellräume dafür, wie das Zusammenleben in einer religiös pluralen Gesellschaft gelingen kann, sagte Pinz. Dem betont christlichen Profil seien die Privatschulen - nicht nur aber auch rechtlich - verpflichtet. Wer diese Gesamtausrichtung mitträgt, "ist an unseren Schulen willkommen und kann auch von der eigenen anderen religiösen Tradition her das schulische Leben mitgestalten".
Pinz hob im Kathpress-Interview auch einmal mehr die ihrer Meinung nach sehr guten gesetzlichen Rahmenbedingungen für die konfessionellen Privatschulen in Österreich hervor. Weil der Staat die Kosten für das Lehrpersonal übernimmt, könnten die Schulgebühren niedrig gehalten werden. Verglichen mit anderen Ländern sei daher auch die soziale Durchmischung in Österreich weit höher ausgeprägt, so Pinz.
Daten zum Religionsbekenntnis veröffentlicht
Hintergrund des Interviews ist eine Erhebung der Wiener Bildungsdirektion, über die am Mittwoch u. a. die "Presse" und der "Standard" berichteten. In Wien haben demnach 38,5 Prozent aller Kinder und Jugendlichen an öffentlichen und privaten Schulen, die im zentralen Schulverwaltungsprogramm der Stadt Wien erfasst werden, ein islamisches Religionsbekenntnis. 36,3 Prozent sind Christen. An dritter Stelle folgen mit 23,5 Prozent bereits Kinder und Jugendliche ohne Bekenntnis. Diese Zahlen beziehen sich allerdings nur auf Volks-, Mittel-, Sonderschulen sowie Polytechnische Schulen. Zu AHS und anderen höheren Schulen liegen demnach keine Daten vor.
In den untersuchten Schulen geht gesamt gesehen die Zahl der katholischen bzw. christlichen Kinder zurück, während jener der muslimischen steigt. Im Detail ergibt sich jedoch ein differenziertes Bild; und zwar im Verhältnis zwischen Volksschulen und Mittelschulen sowie zwischen öffentlichen Schulen und Privatschulen.
Was aus den Daten ablesbar ist: Während der Anteil an Kindern und Jugendlichen, die ein islamisches Glaubensbekenntnis haben, in der Mittelschule im Vergleich zur Volksschule deutlich ansteigt, sinkt sowohl der Anteil der christlichen Schülerinnen und Schüler (vor allem der katholischen) als auch jener ohne Bekenntnis. Das deutet darauf hin, dass diese Kinder vermehrt in die AHS-Unterstufe wechseln, zu der es aber keine aktuellen Daten gibt.
Zu den Wiener Privatschulen: In diesen stellen katholische Schüler mit 45,4 Prozent die mit Abstand größte Gruppe. Dahinter folgen Schüler ohne Bekenntnis mit 25,1 Prozent; Orthodoxe mit 10,5 Prozent; Muslime mit 7,6 Prozent. Die in öffentlichen Schulen statistisch kaum wahrnehmbaren Schüler mit israelitischem Glaubensbekenntnis kommen in den Privatschulen auf 5,3 Prozent; evangelische Schüler machen 4,2 Prozent aus.
Quelle: kathpress