
Tiroler Forscher benennt neue Schmetterlingsart nach Papst Leo XIV.
Eine neu entdeckte Schmetterlingsart auf der griechischen Insel Kreta wurde nach Papst Leo XIV. benannt. Die neue Art wurde im Fachjournal Nota lepidopterologica unter dem Namen "Pyralis papaleonei" veröffentlicht - in Anlehnung an "Papa Leone" (Papst Leo) - und ist mit einem eindringlichen Naturschutz-Appell verbunden, teilte das internationale Forschungsteam unter Leitung von Peter Huemer von den Tiroler Landesmuseen am Mittwoch mit. Der sogenannte Papst-Leo-Schmetterling erreicht eine Flügelspannweite von rund zwei Zentimetern und zählt damit zu den mittelgroßen Vertretern seiner Gruppe. Besonders auffällig sind die purpurfarbenen Vorderflügel mit einem orange-goldenen Fleck sowie markante weiße Binden.
Die Benennung von Lebewesen - die sogenannte Taxonomie - habe schon seit dem Alten Testament (Genesis 2,20) eine kulturhistorische Dimension, wie Huemer erklärte. In der Bibelstelle erhält Adam den Auftrag, allen Tieren Namen zu geben, um damit auch für ihr Wohlergehen Verantwortung zu übernehmen. Die Namensgebung sei für ihn mehr als eine formale wissenschaftliche Handlung, erklärte Forscher Huemer: "Sie versteht sich auch als symbolischer Appell an das Oberhaupt der katholischen Kirche, also an Papst Leo XIV., auf die zentrale Verantwortung des Menschen für die Bewahrung der Schöpfung aufmerksam zu machen." Auch der Schmetterling habe symbolische Bedeutung: Er gelte im Christentum als zentrales Sinnbild für Auferstehung, Verwandlung (Metamorphose) und die unsterbliche Seele.
Huemer, ehemaliger Leiter der Naturwissenschaftlichen Sammlung der Tiroler Landesmuseen und heute ehrenamtlicher Mitarbeiter, warnte vor der globalen Biodiversitätskrise, also dem rasanten, menschengemachten Aussterben von Tier- und Pflanzenarten. Die Erforschung der Artenvielfalt sei ein wichtiger Faktor für den Schutz der Arten: "Ein wirksamer Schutz biologischer Vielfalt setzt allerdings voraus, dass Arten überhaupt erkannt, beschrieben und benannt werden."
Naturbeobachtung als Umweltschutzbeitrag
Allein in der Ordnung der Schmetterlinge werden laut Huemer jährlich rund 700 neue Arten entdeckt - überwiegend in den Tropen, doch auch in Europa ist die Grundlagenforschung keineswegs abgeschlossen. In den Alpen seien in den vergangenen Jahrzehnten rund 200 bislang unbekannte Arten nachgewiesen worden, so der Experte.
Naturbeobachtung könne für Menschen jeden Alters dazu beitragen, das Verständnis für die Artenvielfalt und letztlich auch für den Umweltschutz zu stärken, so Evelyn Kustatscher, Leiterin der Naturwissenschaftlichen Sammlungen der Tiroler Landesmuseen. "Die Entdeckung des Papst-Schmetterlings Pyralis papaleonei unterstreicht eindrucksvoll, wie viel selbst in gut erforschten Regionen Europas noch zu entdecken ist - und wie dringlich der Schutz sensibler Lebensräume bleibt." (Info: https://www.tiroler-landesmuseen.at/)
Quelle: kathpress