
NÖ-Familienverband warnt vor Budgetkürzungen bei Familien
Der Katholische Familienverband der Diözese St. Pölten hat an die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner appelliert, ihren politischen Einfluss geltend zu machen und sich gegen drohende Budgetkürzungen bei Familien einzusetzen. Neben Blumen und Pralinen brauche es heuer eben noch dieses besondere Muttertags-Geschenk. "Mütter sind das Herzstück unserer Familien und leisten tagtäglich Enormes - oft im Stillen und als wahre Organisationstalente", so der Verbandsvorsitzende Peter Pitzinger. Der Muttertag sei ein schöner Anlass, um 'Danke' zu sagen, dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Mütter nach wie vor unter hohem Druck stehen.
Der Familienverband sieht insbesondere in der finanziellen Absicherung von Erziehungsarbeit dringenden Handlungsbedarf. Pitzinger: "Sorgearbeit ist wertvolle Arbeit. Es darf nicht sein, dass Frauen, die sich bewusst für eine Zeit der intensiven Kinderbetreuung zu Hause entscheiden, später massiv von Altersarmut bedroht sind."
Ein zentrales Anliegen bleibe die echte Wahlfreiheit. "Eltern wissen am besten, was für ihre Kinder gut ist. Wir setzen uns für einen Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen ein, besonders der familiennahen wie Leihomas und Tagesmütter, fordern aber gleichzeitig die Anerkennung der Eigenleistung von Eltern, die ihre Kinder in den ersten Jahren selbst betreuen wollen", so der Verbandsvorsitzende.
Pitzinger: "FLAF nicht aushungern"
Folgende Punkte sollten laut Familienverband beim geplanten Doppelbudget der Bundesregierung überdacht werden: die Aussetzung der Valorisierung von Familienleistungen, Einsparungen beim Familienbonus sowie die Reformen beim Familienlastenausgleichsfonds (FLAF).
Die automatische Anpassung von Leistungen wie der Familienbeihilfe und dem Kinderbetreuungsgeld an die Inflation wurde für die Jahre 2026, 2027 und nun auch 2028 ausgesetzt, kritisiert der Verband. Das werde Mehrkinderfamilien jährlich mehrere hundert Euro an Kaufkraft kosten.
Kein Verständnis hat Pitzinger auch dafür, dass den vollen steuerlichen Familienbonus für Kinder ab drei Jahren nur noch Eltern bekommen, die beide außerhäuslich erwerbstätig sind. Das sei ein herber Einschnitt für den Mittelstand. "Und wenn die Mutter dann Teilzeit arbeitet, wird sie von der geplanten Erhöhung der Arbeitslosenversicherung getroffen", so Pitzinger.
Weiters hielt der Verbandsvorsitzende fest: "Der Familienlastenausgleichsfonds darf nicht ausgehungert werden!" Die sogenannte Lohnkostenkürzung würden mit zwei Milliarden Euro voll auf die Familien gehen. Umgerechnet auf ein einzelnes Kind wäre das eine Kürzung der Familienbeihilfe von bis zu 50 Euro monatlich, warnte Pitzinger.
Quelle: kathpress