
Familienverband: Sparpaket belastet vor allem Mütter über Gebühr
Im Vorfeld des Muttertags (10. Mai) hat der Katholische Familienverband abermals das Sparpaket der Regierung kritisiert und auf die ohnehin bereits angespannte Situation von Müttern und Teilzeitbeschäftigten hingewiesen, die von den Kürzungen besonders betroffen sind. "Mütter leisten enorm viel - für ihre Kinder, für ihre Familien und für die gesamte Gesellschaft. Sie mit einem Sparpaket über Gebühr zu belasten, ist einfach schäbig", betont Britta Brehm-Cernelic, Vizepräsidentin des Katholischen Familienverbandes, in einer Aussendung am Freitag. "Die eigentliche Brutalität des Doppelbudgets" liege darin, "dass teilzeitarbeitende Frauen, die so viel unbezahlte und oft unbemerkte Arbeit für die Gesellschaft leisten, empfindlich zur Kasse gebeten werden".
Künftig sollen Bruttogehälter bis 2.225 Euro pro Monat einen Beitrag von bis zu 918 Euro pro Jahr zur Arbeitslosenversicherung entrichten. "Das wird vor allem Frauen und noch stärker teilzeitarbeitende Mütter betreffen", befürchtet Brehm-Cernelic. Rund 350 Millionen Euro sollen so zusätzlich an den Staat fließen. "Das sind keine breiten Schultern, die diese Maßnahme tragen, sondern Mütter, die ohnehin schon mehrfach belastet sind", so ihre Kritik.
Nach wie vor würden Frauen weniger als Männer verdienen - "besonders ab dem Zeitpunkt, an dem sie Mutter werden", führte Brehm-Cernelic aus. Zudem seien Frauen häufig in schlechter bezahlten Branchen tätig als Männer. Berufe im Handel, im Dienstleistungssektor oder in der Pflege seien schlechter bezahlt als Tätigkeiten im technischen Bereich oder in der Produktion - traditionell männerdominierte Branchen.
Vollzeitarbeit für Mehrkindmütter unmöglich
Auch der Blick auf Familien und Mütter, die nicht Vollzeit arbeiten, sei "eingeschränkt": "Teilzeit zu arbeiten, weil Betreuungspflichten bestehen, ist kein Wellnessprogramm, sondern besonders für Mehrkindfamilien notwendig, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen", sagte die vierfache Mutter. Ohne helfende Hände in Form von engagierten Großeltern oder Babysittern sei es für berufstätige Mütter mit drei oder mehr Kindern "faktisch nicht möglich", Vollzeit zu arbeiten.
Ein weiterer Kritikpunkt sind für den Familienverband Verschärfungen beim Familienbonus: "Ich verstehe den Ansatz, dass beide Elternteile erwerbstätig sein sollten. Allerdings frage ich mich ernsthaft, wie das bei Mehrkindfamilien oder auch bei Kindern mit Behinderungen in dem von der Regierung gewünschten Umfang möglich sein soll", sagte Brehm-Cernelic. Der Katholische Familienverband fordert daher Ausnahmen für Familien ab drei Kindern sowie für Eltern von Kindern mit erhöhter Familienbeihilfe.
Quelle: kathpress