
Katholische Schulen im Einsatz gegen Gewalt und Extremismus
Die Frage, wie Schulen am besten mit gewalttätigem Verhalten sowie extremistischen Denk- und Handlungsweisen umgehen können, stand dieser Tage im Mittelpunkt eines Symposions katholischer Mittelschulen in St. Pölten, wie die heimischen Ordensgemeinschaften mitteilten. Die Expertin Brigitte Gartner-Denk, Professorin an der KPH Wien/Niederösterreich, zeigte auf, dass Prävention nicht nur Abgrenzung gegenüber extremistischen Tendenzen bedeute, sondern vor allem Beziehungsarbeit, Dialogfähigkeit und eine Schulkultur, die durch klare Strukturen Orientierung und Halt bietet. Entscheidend sei die Rolle der Erwachsenen im Umgang mit Konflikten und Radikalisierungstendenzen und ein Konzept der "wachsamen Sorge", das auf Präsenz und Beziehung statt auf Kontrolle und Sanktion setzt.
Mevlida Meanovi, Professorin für islamische Religionspädagogik an der PPH Augustinum, sowie Eva Wenig, Projektkoordinatorin des Projekts CommunitySpirit am Afro-Asiatischen Institut Graz, gingen in ihrem Workshop der sensiblen Gestaltung des Schullebens an katholischen Mittelschulen im Zeichen wachsender religiöser und weltanschaulicher Pluralität nach. Intensiv diskutiert wurde laut Aussendung die anspruchsvolle Aufgabe katholischer Schulen, ihre katholische Konfessionalität in Zeiten schwindender religiöser Sprachfähigkeit sichtbar und erlebbar zu machen und gleichzeitig anderen Religionen und deren Praxis offen und respektvoll zu begegnen und diesen auch Ausdrucksmöglichkeiten zu bieten. Die Schulen müssten "Räume der Begegnung" schaffen, die gesellschaftlich oft fehlten.
Im Workshop wurde u.a. auch vermittelt, wie Vorurteile und Stereotype reflektiert und interreligiöse Fragen konstruktiv angesprochen werden können, "um ein Schulklima zu fördern, in dem gegenseitiges Verständnis und respektvolles Zusammenleben wachsen können", wie es hieß.
Rund 30 Verantwortliche katholischer Mittelschulen aus ganz Österreich nahmen an der mehrtägigen Tagung im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt teil. Das Symposion stand unter dem Generalthema "Gewalt-, Extremismusprävention und Religionssensibilität an katholischen Schulen".
Quelle: kathpress