
Caritas Vorarlberg startet Initiative für Bürgerrat gegen Armut
Die Caritas Vorarlberg will angesichts der zunehmenden Zahl von armutsbetroffenen und armutsgefährdeten Menschen einen Bürgerrat gegen Armut ins Leben rufen. Ziel sei es, die Anliegen dieser Menschen mehr in den Blick zu nehmen und die Armutsentwicklung in Vorarlberg offen zu diskutieren, teilte die Hilfsorganisation am Dienstag mit. Zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger sollen im Bürgerrat unabhängig beraten und Empfehlungen entwickeln, "wie wir als Gesellschaft im Gesamten und die Politik und Verwaltung im Besonderen mit den Herausforderungen der Armutsentwicklung in Vorarlberg umgehen sollten und soziale Sicherheit in unruhigen Zeiten gemeinsam gestärkt werden kann", erklärte der Vorarlberger Caritasdirektor Walter Schmolly.
Laut dem aktuellen Armutsbericht der Statistik Austria sind 2025 allein in Vorarlberg mehr als 11.000 Personen (2,9 Prozent der Bevölkerung) von manifester Armut betroffen und knapp 7.000 Menschen sind neu in die Armutsgefährdung gerutscht. In den Caritas-Beratungsstellen zeige sich, dass sich die Armutssituationen verfestigen, berichtete Schmolly. Besonders betroffen seien dabei Kinder und Jugendliche.
Zwar gebe es diverse politische Vorhaben und Regierungsprogramme, die die Absicht bekunden, dieser Entwicklung entgegenzutreten zu wollen, "unser Eindruck ist allerdings, dass dies nicht hinreichend geschieht", fuhr der Caritasdirektor fort. "Die politischen Pläne, die sozialen Auffangnetze, wie beispielsweise die Sozialhilfe, weiter zu löchern, weisen in die entgegengesetzte Richtung." Daher brauche es eine "sachliche, lösungsorientierte und möglichst breit angelegte Diskussion", die bewusst die Bevölkerung mit einbinde, warb Schmolly für den Bürgerrat, der Empfehlungen für Politik und Verwaltung erarbeiten soll.
"Wir sehen, wie Armut immer mehr Menschen den Anschluss verlieren lässt. Das gefährdet nicht nur einzelne Lebenswege, sondern auch den sozialen Zusammenhalt in unserem Land", rief Schmolly zur Unterstützung des Vorhabens auf. Damit ein Bürgerrat einberufen wird, benötigt die Initiative zumindest 1.000 Unterstützungserklärungen. Das können alle mit Hauptwohnsitz gemeldeten Bewohner und Bewohnerinnen über 16 Jahren tun.
Quelle: kathpress