
Steyler Missionare trauern um P. Jakob Mitterhöfer
Die Steyler Missionare trauern um den langjährigen Missio-Generalsekretär und Theologen P. Jakob Mitterhöfer. Der Ordenspriester starb am Samstag, 9. Mai im Alter von 89 Jahren im Missionshaus St. Gabriel in Maria Enzersdorf, teilte die Ordensgemeinschaft mit. Als Begräbnistermin wurde der 18. Mai um 14 Uhr in St. Gabriel bekanntgegeben.
Mitterhöfer wurde 1936 in Neustift an der Rosalia im Burgenland geboren. Nach der Matura am Missionsgymnasium St. Rupert in Bischofshofen trat er 1956 in das Noviziat der Steyler Missionare ein. 1961 legte er die ewigen Gelübde ab, 1963 empfing er in Nemi bei Rom die Priesterweihe. Sein Doktoratsstudium in Dogmatik schloss er 1968 an der Päpstlichen Universität Gregoriana ab.
Besonders geprägt hat Mitterhöfer über Jahrzehnte die österreichische Missio-Arbeit. Von 1966 an war er 28 Jahre lang Generalsekretär der Päpstlichen Missionswerke in Österreich. In dieser Funktion bereiste er Asien, Westafrika sowie Süd- und Mittelamerika und setzte sich für die Verbindung österreichischer Pfarren mit der Weltkirche ein. Ein Schwerpunkt seines Wirkens lag auf der Förderung von Priesterpatenschaften zur Ausbildung einheimischer Geistlicher. Zudem beschäftigte er sich intensiv mit Fragen der Befreiungstheologie.
Parallel dazu wirkte Mitterhöfer ab 1969 als Professor für Dogmatik und Missiologie an der Hochschule St. Gabriel. Er lehrte auch an der Universität Wien sowie an der Hochschule Heiligenkreuz und war häufig Ansprechpartner für Medien. 1992 überlebte Mitterhöfer einen schweren Autounfall während einer Reise nach Santo Domingo nur knapp. Nach seiner Zeit bei Missio absolvierte er einen einjährigen Studienaufenthalt im Libanon, dem er sich zeitlebens verbunden fühlte.
Theologe und Seelsorger
Von 1995 bis 2001 stand Mitterhöfer der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Gabriel als Dekan vor. Neun Jahre lang war er zudem Vizeprovinzial der österreichischen Ordensprovinz. Ab 2002 übernahm er, 66-jährig, die Pfarren Hinterbrühl und Südstadt als Moderator. Dort galt er als lebensfroher und humorvoller Seelsorger, der den Laien viel Verantwortung zutraute und auch den Mut hatte "anzuecken", heißt es in dem Nachruf.
Nach seiner Entpflichtung 2013 blieb Mitterhöfer weiterhin in der Seelsorge tätig, leitete Bibelgruppen und veröffentlichte mehrere Schriften zum Auswirkungen der Naturwissenschaften auf den christlichen Glauben, zuletzt mit den Titeln "Das Große Geheimnis" (2024), "Der Mensch in der Evolution" (2025) und "Gott in der Evolution" (2026). In der letzten Veröffentlichung hielt er fest, dass "gerade der Weg Jesu bis heute eine überaus sinnerfüllende Antwort" sei.
Nur zehn Tage vor seinem Tod hatte sich Mitterhöfer noch mit einem Schreiben an die Kathpress-Redaktion gewandt und darin Grundzüge einer "post-theistischen Theologie" dargelegt, die sich "von traditionellen menschengemachten Gottesbildern" verabschiede, verstärkt den Dialog mit Naturwissenschaften, Archäologie und Evolutionslehre suche und sich am "Weg Jesu" orientiere. Zugleich kritisierte er, die traditionellen Kirchen würden vielfach "im antiken Paradigma verharren" und dadurch notwendige Neuorientierungen erschweren.
Quelle: kathpress