
Goldenstein: Gespräche über Verbleib der Nonnen im Kloster laufen
Nach den Irritationen rund um die kurzfristig doch angetretene Romreise der drei Augustiner-Chorfrauen aus dem Salzburger Kloster Goldenstein laufen die Gespräche über eine dauerhafte Lösung für die betagten Ordensfrauen weiter. Entsprechende Angaben gegenüber der Ö1-Sendung "Religion aktuell" (Montagabend) bestätigte der Sprecher des zuständigen Apostolischen Kommissars, Propst Markus Grasl vom Stift Reichersberg, am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress. Ziel bleibe unverändert eine Vereinbarung, die den Schwestern den weiteren Aufenthalt in Goldenstein ermöglicht.
Laut Grasl-Sprecher Harald Schiffl hat es "eine Reihe von diskreten Gesprächen schon seit Februar" gegeben, auch für Dienstagnachmittag sei erneut ein Gespräch vereinbart. Man werde nun "weiter sehen", sagte Schiffl zu Kathpress. Das Ziel sei aber seit Beginn unverändert, "dass der größte Wunsch der Nonnen, im Kloster bleiben zu können, erfüllt wird". Konkret werde derzeit daran gearbeitet, wie eine solche Vereinbarung praktisch ausgestaltet werden könne. Dabei gehe es auch um Fragen der spirituell-geistlichen Begleitung sowie um medizinische Betreuung und Pflege, auf welche die hochbetagten Frauen mittlerweile angewiesen seien.
Die Gespräche fänden direkt vor Ort im Kloster mit den Schwestern statt, berichtete Schiffl. Eingebunden seien Erzabt Jakob Auer von St. Peter, den der Vatikan als Assistenten von Propst Grasl bestellt hat, die drei Ordensfrauen sowie jedes Mal auch Vertreterinnen aus ihrem Unterstützerkreis. Die Treffen verliefen "in einer sehr guten offenen Atmosphäre", sagte der Sprecher; Vertrauen und Vertraulichkeit seien dabei zentrale Punkte.
Zuletzt hatten die drei Ordensfrauen Ende April entgegen ursprünglicher Ankündigungen doch eine Reise nach Rom angetreten und dort an der Generalaudienz von Papst Leo XIV. teilgenommen. Kirchliche Vertreter kritisierten daraufhin widersprüchliche Informationen aus dem Umfeld der Schwestern und warnten vor weiterem Vertrauensverlust. Zwar habe die Romreise für Irritationen gesorgt, räumte Schiffl ein. "Wenn das Vertrauen nicht mehr so da ist, muss man wieder daran arbeiten - von beiden Seiten klarerweise." Dies hindere jedoch nicht daran, weiter nach einer Lösung zu suchen.
Schiffl äußerte sich hoffnungsvoll, "dass wir in den nächsten Wochen einen Abschluss der Verhandlungen finden". Die große Hoffnung sei, "dass es wirklich die Möglichkeit für die Schwestern gibt, in Ruhe auch ihren Lebensabend im Kloster Goldenstein zu verbringen".
Hintergrund des Konflikts ist ein seit Monaten andauernder Streit über den künftigen Wohnort der Nonnen. Die Schwestern wünschen sich, dauerhaft in ihrem früheren Kloster Goldenstein bleiben zu können, wohin sie nach dessen ursprünglichen Auflassung und einem mehrjährigen Pflegeheim-Aufenthalt im September 2025 zurückgekehrt waren. Der Fall hatte auch international für Schlagzeilen gesorgt.
Quelle: kathpress