
Kärntner Kirchenzeitung "Nedelja" feiert 100-jähriges Bestehen
Die slowenischsprachige Kärntner Kirchenzeitung "Nedelja" begeht heuer ihr 100-jähriges Bestehen. Die Zeitung verstehe sich seit ihrer Gründung 1926 nicht nur als kirchliches Medium, sondern auch als journalistische Stimme und kulturelles Bindeglied der slowenischen Volksgruppe in Kärnten, sagte Chefredakteur Vincenc Gotthardt in einem Videointerview der Internetredaktion der Diözese Gurk (Montag).
Das Jubiläumsjahr soll mit mehreren Projekten begangen werden. Geplant sind unter anderem eine Serie mit 100 Geschichten für Kinder, eine Wanderausstellung durch mehrere Pfarren sowie ein großes Dankesfest in Tainach/Tinje gemeinsam mit der Priestergemeinschaft Sodalitas.
Entscheidend sei, "dass die Nedelja seit 100 Jahren in slowenischer Sprache in Kärnten erscheint", betonte Gotthardt. Die Zeitung begleite Menschen im Alltag, halte die Verbindung zur Volksgruppe lebendig und gebe den zweisprachigen Pfarren eine Stimme. Man sei "eng mit der Volksgruppe verbunden und spürt, wie sie tickt", so der Chefredakteur. Besonders wichtig sei es, auch kleinen Geschichten und Entwicklungen innerhalb der Gemeinschaft Raum zu geben.
Gegründet wurde die Zeitung 1926 von sechs Priestern der Priestergemeinschaft Sodalitas im Gailtal, wenige Jahre nach der Kärntner Volksabstimmung. Während der NS-Zeit wurde die "Nedelja" verboten, 1945 erschien sie erneut als Wochenzeitung. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sie sich zu einem zentralen Medium des kirchlichen und kulturellen Lebens der Kärntner Slowenen. Heute gilt sie laut den Angaben als meistgelesene slowenische Zeitung Kärntens und als "sprachliches Rückgrat" der Volksgruppe.
Wie viele Medien stehe auch die "Nedelja" vor den Herausforderungen des digitalen Wandels, sagte Gotthardt. Junge Menschen konsumierten Inhalte zunehmend anders, klassische Abonnements verlören an Selbstverständlichkeit. Die Zeitung setze dennoch bewusst auf Kontinuität und Nähe und versuche mit digitalen Angeboten sowie Schwerpunkten zu Familie, Kultur und Gesellschaft neue Zielgruppen anzusprechen.
Zugleich bleibe das gedruckte slowenische Wort ein zentrales Anliegen: "Es ist uns wichtig, dass das gedruckte slowenische Wort Woche für Woche sichtbar in den Haushalten präsent bleibt", erklärte Gotthardt. Deshalb unterstütze die Zeitung seit Jahren auch spezielle Abo-Modelle für Studierende etwa in Wien oder Graz.
Quelle: kathpress